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Der strategische Fehler von Universal Robots oder warum Franka Emika Cobot-Marktführer werden kann

Nachfolgend wird obige These begründet.

Die Pioniere bei den Industrierobotern tun sich mehr als schwer bei den Cobots. Die Produktpalette wie auch der Absatz der früheren Platzhirsche Fanuc oder Kuka ist bei den kollaborativen Robotern recht unbedeutend. Sie haben dem Newcommer Universal Robots in den 10 Jahren seines Bestehens wenig entgegegensetzen können.

Nun ist Universal Robots selber ein Platzhirsch (auf dem MRK-Gebiet) und etabliert. UR scheint, so könnte man meinen, ebenfalls blind für neuere Entwicklungen zu sein. UR versucht – ganz klassisch – seine Cobots über seine Distributoren in den Markt zu drücken. Wer kauft, erhält einen 2-Stunden-Slot. Die Vertriebspartner sind selber etabliert und entsprechend alt ihre Führungskräfte (der Autor darf dies schreiben, hat er selber doch schon die 50 überschritten).

Ein großer Teil der effektiven Cobot-Zielgruppe ist jedoch jung und wird eher jünger als älter. Denn durch den Aufbau diverser Studiengänge (gerade im süddeutschen Raum) kommen nun jedes Jahr Hunderte bis Tausende neue Robotik-Experten auf den Markt. Zu diesen paßt die Kultur der Integratoren nur bedingt. Zudem haben diese Absolventen in der Hochschule bereits mit Franka gearbeitet (Hochschulen haben natürlich auch UR, seltener aber bereits Omron oder Doosan). D.h. sobald Franka einen stärkeren und weniger schmutzempfindlichen Cobot anbietet, dürfte Universal Robots ein Problem bekommen. Der Aspekt der jüngeren Robotiker ist m.E. gerade bei den Konzernen nicht zu unterschätzen: Geleitet werden dort die Robotik-Labore zwar von einem älteren Automatisierungsspezialisten, umgeben wird dieser aber von zahlreichen überwiegend unter 30 jährigen. Diese beeinflussen den Leiter natürlich.

Ein anderer Aspekt ist, dass Franka engen Kontakt zu den zahlreichen Robotik-Startups rund um München hält. Hier kann Franka den Heimvorteil ausspielen: Der Co-Gründer Prof. Dr. Haddain leitet das mit 30 Professuren ausgestattete Institut der TU München und der Freistaat Bayern fördert sehr großzügig zahlreiche Robotik-Projekte unter der Maßgabe, dass die geförderten Unternehmen aus Bayern stammen. Franka Emika kann da mitmachen, Universal Robots nicht (Vertriebsbüro wird nicht akzeptiert). Startups/ KMU sind auf diese Forschungsprojekte aber angewiesen. (Bei Gabor Steingart beklagte sich die Tage die Rektorin der Uni Düsseldorf darüber, dass bisweilen nur 5% der beantragen Projekte auch gefördert werden. Bei der Robotik sind es in Bayern über 50%.)

Will Universal Robots mittelfristig seine Marktführerschaft in Deutschland und in der Folge in Europa behaupten, so meine These, muß das Unternehmen stärker die Jüngeren ansprechen und stärkeren Kontakt zu Startups suchen. D.h. die Konzentration am heimischen, stark von dänischen Startups geprägten Standort Odense ist problematisch. Als Standort würde sich aber wohl weniger München empfehlen, sondern eher Nürnberg oder gar das Land abseits der großen Städten. Denn München wird fast zwangsläufig Franka-Gebiet bleiben. Das Umfeld der Hochschulen/ Universitäten in Kempten, Nünrberg, Niederbayern/ Cham oder Nördlingen erscheint daher interessanter.

Zudem hat der bayerische Wirtschaftsminister Aiwanger signalisiert künftig stärker die Hochschulen abseits Münchens fördern zu wollen. (Die TU München erhält dennoch mehr Geld, u.a. für den neuen Weltraum-Campus, bekannt als „Bavaria One“.)

Der Autor dieses Blogs steht für Marktrecherchen oder auch einen Gang durch Ihre Produktion/ Fertigung zum Festpreis zur Verfügung (Detail), um dann konkrete Vorschläge für den Einsatz von Cobots und anderen Robotern incl. Fördermöglichkeiten zu unterbreiten. Es werden sowohl KMU wie Groß-Unternehmen besucht. U.a. in Bayern ist  eine 50%ige Investitionsförderung denkbar. Das Standardbuch über Cobots stammt ebenfalls von ihm.