Lego für Profis – Olive Robotics will Roboterentwicklung demokratisieren

Bei der automatica präsentiert sich in der Halle B4 in der Ausstellergruppe AI.Munich Olive Robotics. Ich habe die aus der TU München kommenden Gründer um eine Vorstellung gebeten.

Das Münchner Startup Olive Robotics will die Entwicklung individueller robotischer (Sub-)Systeme drastisch vereinfachen und bietet dafür Bausätze aus rekombinierbaren Komponenten. Dazu verpacken die Münchner viele robotikbezogene Funktionen wie Aktuatorik (Servomotoren, Greifer, usw.), Sensorik (IMU, Kameras, Distanzsensoren) und weitere Funktionen (Batterie, WiFi, etc.) in eigens entwickelten, interoperablen Hardwaremodulen die beliebig zu größeren Systemen zusammengefügt werden können. Sämtliche Komponenten des Baukastensystems fungieren von Haus aus als ROS und ROS2 Nodes und benötigen weder aufwendige Treiberinstallationen, noch andere komplizierte Integration. Die Inbetriebnahme eines Moduls reduziert sich damit auf das simple Einstecken eines USB-C Kabels.

Ergänzung bestehender Systeme ist zu zeitaufwändig

Benjamin Felbrich, Mitgründer von Olive Robotics: „Es ist heutzutage viel zu kompliziert, eigene Roboter zu bauen oder bestehede Systeme zu erweitern. Kommerzielle abgeschlossene Systeme wie Kuka oder Franka sind toll für viele Anwendungen. Aber wenn man den Workflow nur um eine Kamera und einen Greifer erweitern will beginnen die Probleme. Dann begegnet man vielen Herstellern die entweder Sensoren, oder Aktuatoren, oder Steuerungen anbieten. Um diese Komponenten zu individuellen Systemen zusammenzufügen, müssen Ingenieure dann viel Zeit für Hardwareintegration und Softwaresetup aufbringen. Diesen Aufwand ersparen wir unseren Kunden und geben ihnen mehr Zeit, sich mit spannenderen Fragen, wie KI-basierter Steuerung, Bilderkennung oder der Integration mit dem eigenen Tech-Stack zu befassen.

Olive Robotics

Die Technologie

Besonderen Wert legt Olive Robotics dabei auf KI-Fähigkeit out of the box. Jedes Modul verfügt über eine Tensor Processing Unit (TPU) und ist mit den gängigen Softwareframeworks wie PyTorch, Tensorflow und OpenCV vorkonfiguriert. Somit können komplexe Machine Learning Aufgaben wie Inferenz mit Sensordaten, Bilderkennung oder die Ausführung vorab trainerter Verhaltensweisen direkt auf der Komponente ausgeführt werden. Durch diese Verteilung der Intelligenz auf die einzelnen Module müssen nicht mehr große Datenmengen an eine zentrale Recheneinheit geschickt werden, was den Datenfluss verringert und Zeit spart.

Eigens entwickelte Apps wie auch vortrainierte neuronale Netze können mit ein paar Klicks im mitgelieferten Webinterface jedes Moduls hochgeladen und aktualisiert werden. Im eigens entwickelten Olive Robotics App Store können modulspezifische Apps, neuronale Netze und Datensätze geteilt und vertrieben werden. So können User untereinander Erfahrungen austauschen oder Gewinne mit smarten Apps erzielen.
Dazu Felbrich: „Die vertikale Integration unserer Produkte ist für uns besonders wichtig. Sie ermöglicht es uns, jeden Baustein des Systems, vom Kondensator auf der Leiterplatte, über das Betriebssystem der Module, bis zur übergeordeneten Cloudinfrastruktur aufeinander abzustimmen und zu optimieren.

Das Team

Das Team von Olive Robotics ist überzeugt, dass die Zukunft der Robotik in Modularität und vertikaler Integration liegt. Die konkrete Geschäftsidee fand ihren Urspung am Lehrstuhl für Medientechnik (LMT) der Technischen Universität München. Das Team bestehend aus Prof. Eckehard Steinbach, Direktor des LMT, Leox Karimi, Edwin Babaians und Benjamin Felbrich verfügt gemeinsam über ca. 50 Jahre Erfahrung im Bereich Robotik, KI und Mechatronik. Das Münchner Startup sucht Verstärkung in den Bereichen Marketing und Vertrieb.

Engagement

Olive Robotics befindet sich in einer frühen Phase des Firmenwachstums und sucht aktiv nach Investoren für eine Seed-Runde um bestehende Kundenaufträge zu erfüllen.

Automatica

Olive Robotics stellt seine Technologie auf der Automatica 2022 in München vor. Sie finden den Stand in Halle B4 (Future Robotics) innerhalb der Ausstellergruppe AI.Munich. LinkedIn-Kontakt.

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Der Autor dieses Blogs ist maßgeblich am KI-/ Robotik-Projekt Opdra beteiligt. Er berät bei fast allen Fragen rund um Robotik incl Finanzierung/ Förderungen. Mehr zu seiner Person finden Sie hier.

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