Optische Qualitätskontrolle in der Fertigung – kurze Einrichtzeit

Maschinelles Lernen dauert ein wenig

Flexibilität bedingt eine kurze Einrichtungszeit. Für diese stehen moderne Cobots, aber wie schaut es mit dem Zubehör aus? Die Qualitätskontrolle in der Fertigung basiert zunehmend auf dem optischen Abgleich mit Referenzaufnahmen. Hierfür wird das zu fertigende Teil immer und immer wieder fotografiert, so dass das Programm lernt. Dies kostet Zeit und 2-3 Stunden bei jedem Wechsel in der Fertigung können sich auch summieren. Zudem stockt dann erst mal die Produktion.

Inspekto erhöht die Flexibilität

M.W. seit 2018 ist das deutsch-israelische Startup Inspekto am Markt aktiv. Mit 10 Mio. US-$ (vorwiegend von baden-württembergischen Familienunternehmen) finanziert, hat es nun die zweite Generation eines Systems vorgestellt: Es ist einfach zu installieren und in der Folge müssen 20-30 Gutteile fotografiert werden. D.h. es werden keine Schlechtteile benötigt, es muß kein Fehlerkatalog angelegt werden und eine Schulung sei nicht notwendig, so die Mitteilung. Das Ganze funktioniert auch bei fiilgranen Gegenständen wie einer Leiterplatte (Video unten). Reflektierende Teile sollen kein Problem sein. Das zu kontrollierende Teil wird automatisch erkannt, kann sich also auch an wechselnden Positionen auf dem Band befinden.

Zwar habe ich noch kein Video gesehen, bei dem ein Roboter zum Einsatz kommt, aber eine Schnittstelle wird es sicherlich geben.

Video mit Einlernen einer Leiterplatte:

Wenn schon optische Qualitätskontrolle thematisiert wird: Da ich Geschäftsführer des auf diesem Gebiet tätigen Startups VisCheck bin, noch ein Video: Hier ist eine Kamera auf der Spindel eines Bearbeitungszentrums montiert. Mit einem Vorschub von 8 m/ Sekunde (immerhin 29 km/h) wird ein Teil bearbeitet. Wir kontrollieren permanent die Schnittkante. Eine kleinste Abweichung vom Soll kann so umgehend erkannt und ggfs. der Prozess gestoppt werden. Vorteile: Fehlervermeidung bevor es kritisch wird und dadurch weniger Ausschuss und höhere Maschinenlaufzeit (sie läuft nicht mehr umsonst). Bei Fragen, gerne!

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