Thesen zu den Folgen der neuen Cobots & Co.

Quasi als „Wort zum Sonntag“ einige Gedanken aus dem Schlusskapitel des Buches „Einführung in die Mensch-Roboter-Kollaboration„. Nachdem zuvor praktische Hinweise gegeben wurden, enthält der Epilog fünf Thesen:

„(…) Die TU München hat mit Unterstützung der Bayerischen Staatsregierung entsprechend im Sommer 2018 rund 30 bestehende und neue Lehrstühle für Robotik, Künstliche Intelligenz und autonomes Fahren in einem neuem Institut konzentriert. Diese drei Technologien werden zusammen mit dem 3D-Druck das heutige Wirtschaftsleben massiv verändern. Einige Thesen hierzu:

  1. Durch die neuen Technologien werden binnen relativer kurzer Zeit zahlreiche Arbeitsplätze automatisierbar sein. Ob in Deutschland tatsächlich ¼ aller Arbeitsplätze ersetzt werden kann, wird hier nicht bewertet.
  2. Gesellschaftspolitisch dürfte dies, so der Philosoph David Precht, zu neuen Migrationsströmen führen. Denn der Melange aus 3D-Druck, autonom fahrenden LKW und Robotik werden gerade in Osteuropa sehr, sehr viele Arbeitsplätze zum Opfer fallen.
  3. In Deutschland ist der Netto-Verlust an Arbeitsplätzen weitaus geringer als im Ausland, da Fertigungen heim nach Deutschland geholt werden können. Adiddas macht es mit dem 3D-Druck der Laufschuhe vor. Zudem entsteht in Deutschland eine Industrie an Herstellern der benötigten Geräte/ Maschinen.
  4. Unterstützt von der negativen demographischen Entwicklung kann die Arbeitsmarktlage in Deutschland günstig blieben.
  5. Wenn aber Fertigungen zurück nach Deutschland wandern und dank Automatisierung mit weniger Personal mehr produziert wird, nimmt der Flächenfraß weiter zu. D.h. es werden immer weniger Menschen auf z.B. 100 qm arbeiten.
  6. Da – Beispiel Bayern – der Widerstand gegen den Flächenverbrauch wächst, wird künftig in der Industrie eher mehrgeschossig gebaut werden müssen. Denkbar erscheinen auch „Keller-Lösungen“. In der Schweiz wird beispielsweise diskutiert alle Logistikzentren unterirdisch zu bauen. Die Änderung der Rahmenbedingungen wird einen Teil der Rationalisierungsgewinne aufbrauchen.“

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Das Buch „Einführung in die Mensch-Maschinen-Kollaboration“ gibt Ihnen für wenig Geld einen guten Überblick.

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