Agile Robots: Fünf-Finger können es

Gestern wurde die C-Finanzierungsrunde des Münchner Startups Agile Robots bekannt. Das Investment könnte die Branche verändern.

Das Handelsblatt verweist darauf, dass Prototypen bereits erfolgreich im Einsatz in Asien (und dort vermutlich in der Großserien-Fertigung Handy & Co.) sind. Zu den asiatischen Protoypen-Nutzern gehört auch BMW. Damit relativiert sich meine gestern geäußerte Skepsis oder es wird einfach keine Cloud benötigt.

Fünf Finger

Die Nachrichtenagentur Reuters beschreibt das Vorhandensein eines fünffingerigen Roboters (ein Foto gibt es hier). Diese Info erweitert das Markt-Potential erheblich. (Bislang ist mir noch wenig über den Cobot bekannt – auch habe ich noch kein Video finden können.) Denn 5-Finger-Greifer gibt es zwar schon seit längerem (z.B. Schunk oder Shadow Hand), hatten bislang aber noch keinen großen Erfolg. Agile Robots scheint hier bei der Technik weiter zu sein. Und in der Tat steckt hier die Musik. Neben der Handyfertigung gibt es vergleichbare Fertigungen (filigran, monoton, Billig-Löhner) auch in Deutschland bzw. werden von uns benötigt.

Zu meinen Lieblingsbeispielen hier gehört seit Jahren das Krabbenpulen. Unverändert werden die an Nord- und Ostsee gefangenen Garnelen per LKW – stark chemisch konserviert – nach Marokko gefahren. Dort werden sie von 4.000 Frauen in riesigen Hallen gepult. Durch Corona kam es hier zum Totalausfall. Unabhängig von der Pandemie stellt sich hier die Frage der Nachhaltigkeit (Ökologie & Rheuma-Gefahr für die Frauen, die wiederum das Geld benötigen).

Der Markt dürfte also sehr groß sein.

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