Gastronomie: Wie Service-Roboter Personal unterstützen können

Robotik muß sich amortisieren, klar. Sie muß andererseits aber in die bestehenden Strukturen integrierbar sein und soll den Mitarbeitern als Hilfe dienen, nicht als Konkurrent um den Arbeitsplatz. Wenn alle Beteiligten vom Nutzen der Robotik überzeugt sind, entfaltet Automatisierung ihr größtes Potential. Ich, der viel herumkommt und alle Arten der Gastronomie als Kunde, aber auch beruflich kennt, hatte nun Gelegenheit Service-Roboter von Pudu kennenzulernen. Ich war so begeistert, dass ich mich spontan zur Mitwirkung beim Vertrieb entschieden habe. Als USP biete ich die Mitwirkung bei der Stellung eines Förderantrages über 40% an (s.u. – gilt nur in Deutschland.) Dies hat den Nachteil, dass diese Zeilen nicht mehr ganz objektiv sein mögen, aber auch, dass der Interessent durch mich einen Ansprechpartner hat.

Pudu: Binnen 5 Jahre auf 2.000 Mitarbeiter gewachsen

Konkret geht es hier um Produkte des chinesischen Anbieters Pudu. Chinesische Startups unterscheiden sich i.d.R. massiv von deutschen: Sie erhalten mehr Geld von Investoren (Pudu bislang 184 Mio. US-$). Dies vor dem Hintergrund, dass ihr Heimatmarkt riesig und die Offenheit in China gegenüber Robotern größer als in Deutschland ist. Bedingt durch das über Jahre starke Wachstum Chinas ist der Arbeitsmarkt dort noch angespannter als bei uns. Der jährliche Lohnzuwachs liegt bei 5%. Pudu wurde erst 2016 gegründet und ist seitdem auf 2.000 Mitarbeiter angewachsen. Zwischenzeitlich gibt es eine eigene Fertigung und die Roboter, die primär auf einer Plattform basieren, werden in solch einem Volumen gefertigt, dass das Unternehmen über starke Einkaufsvorteile verfügt. Auf YouTube sind Fallbeispiele aus zahlreichen Ländern zu finden. D.h. die Internationalisierung ist vorangeschritten und wird vor allem konsequent bestritten: Anders als andere chinesische Firmen investiert Pudu in die jeweiligen lokalen Märkte. In Deutschland gibt es neben einer Niederlassung ein Lager und demnächst auch einen Showroom in Garching bei München.

Nutzen von Service-Robotern

Der eigentliche Nutzen der Service-Roboter, beispielsweise für die Gastronomie, besteht nicht im Ersetzen der Mitarbeiter im Verhältnis 1:1, sondern in deren Unterstützung. Ohne Mitarbeiter ginge der persönliche Kontakt zum Gast verloren. Zudem ist ein Roboter nie so flexibel wie ein Mensch. Im Gegensatz zu einem Menschen ermüdet er aber nicht – eine Batterieladung reicht für zwei Tage. Ein Service-Roboter, z.B. von Pudu, kann daher die Mitarbeiter derart entlasten, dass er den Weg Küche/ Ausschank zum Tisch übernimmt. Er kann Speisen und Getränke bringen, die der Mitarbeiter dann dem Gast reicht. (Natürlich kann auch auf die Übergabe verzichtet werden und der Gast nimmt selber die Ware.) Hierdurch steigt nicht nur die Produktivität des Mitarbeiters, sondern auch seine Leistungsfähigkeit z.B. zur Mehrarbeit oder seine Bereitschaft zu dieser. Denn das kraftzehrende Gehen und Tragen reduziert sich merklich. Im Idealfall wird der Gast schneller bedient und kann auch mehr konsumieren.

NDR mit interessanter Fallstudie

Der NDR hat diese Tage eine interessanten Fernsehbericht ausgestrahlt. Dieser ist sehenswert, da er neutral ist und aus der Praxis in Deutschland berichtet (Link). Der MDR hat auch berichtet (“Liebe auf dem ersten Blick”): Link.

Einfache Einrichtung

Wenn der Nutzen nachvollzogen wird, verbleiben als Entscheidungskritieren die Fragen nach der Einrichtung und dem Preis. Die Einrichtung, sprich Programmierung, erfolgt durch Pudu. Beim preiswerten Roboter-Modell werden kleine Aufkleber an Tischen und Decken angebracht damit sich der Roboter orientieren kann. Danach wird ihm mitgteilt wo sich Tisch 1 etc. befindet. Dies dauert etwa zwei Stunden und wird von Pudu vorgenommen. Bei den Preimiummodellen werden die Standorte der Tische etc. (Küche) einprogrammiert und der Roboter findet sich selber zurecht – ohne Aufkleber.

Der Preis ist heiß

Diese Aussage scheint nicht übertrieben, da es die Service-Roboter von Pudu bereits ab 11.000 € gibt. Die Premium-Modelle für die Gastronomie kosten ca. 20.000 €. (Roboter, die Hotelzimmer mit einer Mini-Bar aufsuchen und auch die Zimmertür öffnen können, kosten mehr. Hier steht das Modell FlashBot zur baldigen Markteinführung an.) Bei den genannten Preisen liegt die Amortisationszeit bei 121 Arbeitstagen, so Kunden in Deutschland. Hinzu kommt die Chance auf längere Öffnungszeiten mit dem bestehenden Personal und auch Mehrumsatz durch das schnellere Bedienen des Gastes.

Probieren geht über Studieren

Wie eingangs erwähnt, wird derzeit ein Showroom in Garching errichtet. Garching liegt im Münchner S-Bahn-Bereich (hinter der Allianz-Arena) und ist auch über die A8 von Nürnberg kommend gut zu erreichen. Die Möglichkeit zum Anschauen und Testen halte ich für ungemein wichtig. Denn rational spricht m.E. alles für den Einsatz von Gastronomie-Robotern. Somit geht es um Vertrauen.

Ausschlusskritieren

Nicht verschwiegen werden sollen auch k.o-Kritieren oder Besonderheiten. Ganz klar, ein Roboter kann Stufen zwar erkennen, aber nicht bewältigen. Ein Lokal über mehrere Ebenen ist daher nicht prädestiniert. Ähnliches gilt für extrem dicht aneinanderstehende Tische (schmaler Gang). Ein Roboter braucht Platz zum Durchfahren. In einem Club wäre er ebenfalls kaum produktiv. Er erkennt ja Hindernisse und bleibt stehen. Häufiges Stehenbleiben reduziert die Durchschnittsgeschwindigkeit aber erheblich. Bei extremer Nässe auf dem Boden verlängert sich der Bremsweg. Dann muß die Geschwindigkeit reduziert werden. Ein Einsatz auf Skihütten dürfte daher problematisch sein (abgesehen davon sind diese auch extrem voll zu Stoßzeiten.)

Alle andere Betriebe werden mit einem Service-Roboter hingegen gutfahren. Ich denke, dass sich die Roboter zügig durchsetzen werden.

Förderung

In Deutschland ist grundsätzlich der Versuch einer Förderung (i.d.R. mind. 40% der Investitionssumme) sinnvoll. Versuch bedeutet, dass es keine Garantie gibt. Der Roboter sollte sich auf jeden Fall so rechnen. Mit “Digital Jetzt” bietet sich eine Förderung des Bundes an. Hierbei gilt zu beachten:

  • Bestellt werden darf erst nach der Stellung des Antrages.
  • Antragstellen darf nur, der zuvor hierfür ausgelost wurde. Dies hat den Vorteil, dass der aufwändige Antrag (hier kann ich unterstützen) erst gestellt werden muß wenn es das OK gab. Er wird dann innert 6-8 Wochen bearbeitet. Dies bedeutet aber auch, dass Eilige auf die Förderung verzichteten sollten oder einfach ein Los für die Zukunft ziehen. Vielleicht wollen Sie später ja noch einen Roboter kaufen oder etwas anderes rund um Digitaliiserung anschaffen.
  • Wenn der Antrag gestellt werden darf, sollte ein Angebot vorliegen. Bei schwacher Bonität (“Unternehmen in Schwierigkeiten”) stehe ich gerne zur Verfügung.
  • Fazit: Einfach hier anmelden, oben rechts registrieren um ein Los zu ziehen

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