Gitterbox als Erfolgsgeheimnis für Robotik

Im Bereich der Mensch-Roboter-Kollaboration gibt es stetig mehr Marktteilnehmer. Sie alle bewerben ihre Modelle gerne mit der Einfachheit der Programmierung. Die perfekte Kraft-Steuerung oder die eingesetzte Künstliche Intelligenz etc. werden auch gerne genannt. Einzelne Modelle werden nicht als “Cobot” vorgestellt. Sie tragen vielmehr Namen wie “adaptive ” oder “kognitive Roboter”. Dies sind alles wahrscheinlich mehr oder minder hinreichende Bedingungen um verkaufen zu können. Sie sind aber keine notwendigen Bedingungen.

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Notwendige und hinreichende Bedingung

David Reger, CEO von Neura Robotics, hat bei der MAiRA®-Vorstellung diese Woche eine wichtige notwendige Bedingung genannt: “Gitterbox”. Gitterbox ist ein seit Jahrzehnten in Unternehmen verwandter Behälter ohne jeglichen High-Tech-Anspruch. “Gitterbox” ist für mich ein Synonym für die Praxistauglichkeit des Roboters. In diesem Fall bezog sich David Reger auf die Reichweite. Diese ist bei MAiRA® ausreichend um jede Ecke einer Gitterbox zu erreichen. Und auch sonst wurden auf zahlreiche Features hingewiesen, die alle ihre Sinn in der Praxis haben. Ob sie alle zugleich benötigt werden, ist eine andere Frage. Aber dies ist dann egal, wenn der Preis stimmt. Und dies ist offenbar der Fall.

Vertane Chance?

Vier Jahre zuvor hatte ein anderer Roboterhersteller zur besten Fernsehsendezeit die Gelegenheit seinen Cobot im ZDF vorzustellen. Auf die Frage, was er denn könne und was das Besondere sei, sagte der geistige Vater des Cobots sinngemäß: “Er ist so einfach zu programmieren, dass einige Studenten aus Spaß ihm bereits das Ausräumen einer Spülmaschine beigebracht haben.” Ist das Ausräumen einer Spülmaschine ein überzeugender Use Case? Ich denke nicht. Und so mancher potentielle Kunde wird nach dieser Aussage Zuhause seine Konzentration anderem gewidmet haben als nachzudenken, wo und wie er denn einen Cobot einsetzen könnte. Der besagte Cobot konnte allerdings auch nicht jede Ecke einer Gitterbox erreichen. Dies war bei seiner Konzeption offenbar kein Ziel gewesen. Der Fokus lag auf den oben aufgeführten und damals durchaus innovativen hinreichenden Bedingungen. Dafür wurde bei den notwendigen Bedingungen, der Einsatzfähigkeit in der Praxis gespart.

Diese Zeilen wurden geschrieben für Studenten und Start-Up-Unternehmen, die den Blog lesen. Bei allen technischen Möglichkeiten, entscheidend ist der Kundennutzen.

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