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Besuchsberichte

Kaminabend des DRV – Rückblick

Gestern Abend fand mit dem virtuellen „Kaminabend“ der erste Austausch des neugegründeten Deutschen Robotik Verband (DRV) statt. Die Moderation übernahm Robert Weber, der schnell eine lockere und zugleich produktive Atmosphäre schaffte. Robert Weber ist in der Branche ebenso wie sein Podcast bestens bekannt.


Hohe Teilnehmerzahl

Eingewählt hatte sich eine 3-stellige Anzahl an Integratoren, Distributoren, Hersteller, Forschenden (Lehrstühle) und auch einigen Anwendern. Die Anwender schienen eher aus dem Bereich KMU zu stammen und nicht aus dem großen Spektrum der OEM (z.B. Automobilwirtschaft). Die Heterogenität unterscheidet den DRV somit vom VDMA. In der Presse wurde bei der DRV-Gründung gefragt, ob es weitere Interessensvertreter braucht. Der VDMA wie der DRV unterscheiden sich aber sowohl bei der Zielgruppe wie bei den Schwerpunkten der Arbeit.

Nach der kurzweiligen Vorstellung des Vorstandes (auf dem Foto von links: Christoph Ryll, Helmut Schmid und Olaf Gehrels) wurden die einzelnen Fachbereiche vorgestellt. Folgende Fachbereiche gibt es derzeit:

  • Applikationstechnik
  • Forschungkoordination und Förderprojekte
  • Gesetzliche Vorgaben, Normung und Sicherheit
  • Investitionsförderung und Unternehmensfinanzierung
  • Schulische Bildung und außerschulische Weiterbildung
  • Technologie-Radar „Smarte Robotik für alle“

Die Fachbereiche rufen zur Mitwirkung auf und sehen sich auch als Service-Stelle für Mitglieder. Deren Zahl liegt bereits bei 150.

Parallele Tesla zu Universal Robots/ E-Auto zu Cobot

Der Verband widmet sich dem gesamten Spektrum der Robotik. Allein auf Grund des allgemeinen Marktwachstums steht derzeit der Cobot ein wenig im Fokus. Hier zog Olaf Gehrels einen interessanten Vergleich: Tesla wurde ebenso wie der erste Cobot (Universal Robots) erstmals im Jahr 2009 vorgestellt und benötigte dann rund 10 Jahre um immer spürbarer wahrgenommen zu werden. Dies trifft auch auf den Cobot zu und am Erfolg beider Technologien (E-Auto und Cobot) zweifelt eigentlich keiner mehr.

Fallstudie Robotik im Mittelstand

Das persönliche Kennenlernen mit dem Austausch von Zielen und Interessen (z.B. Gründung von Landesgruppen) wurde als Use-Case Robotik „Opdra“ vorgestellt. Der Hidden Champion Hufschmied Zerspanungssysteme GmbH löst das bekannte Problem des Fachkräftemangels mittels Robotik. Der ursprünglich sehr komplexe Ansatz (mittels Omron-KI Bedienung von Bearbeitungszentren) wird derzeit abgespeckt in den Markt eingeführt: Kamera liest einen Bildschirm aus, digitalisiert die Daten durch Erkennen, so dass keine Schnittstelle notwendig ist. In der Folge können einfach Roboter gesteuert werden – ohne Schnittstelle oder SPS.

Erfahrungsaustausch

Im Anschluss wurde der vorherige Austausch fortgesetzt, u.a. mit völlig konträren Meinungen zur Hannover Messe (auch sehr positiven) und Erwartungen an den Verband, z.B. die Wirtschaftlichkeit der Kleinrobotik für KMU zu betonen. Diese ist jetzt gegeben zumal die No-Code-Programmierung immer greifbarer wird.

Der kommende Kaminabend wird in zwei Monaten stattfinden. Angesichts des positiven Feedbacks dürfte die Zahl der Teilnehmer weiter steigen.

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