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OMRON mit moderaten Umsatzrückgang im zweiten Quartal

Aktuell sind die Quartalsberichte der Roboter- und Automatisierungspezialisten besonders interessant, geben sie doch einen ersten Einblick, welche Auswirkungen Corona auf das Unternehmen hatte. In Europa begann die Pandemie so richtig im März, Asien (China) litt bereits ab Dezember unter ihr. Der OMRON-Umsatz von April bis Juni 2020 (das Unternehmen hat ein abweichendes Geschäftsjahr, daher nennt es Q 1) kann daher durch drei Faktoren beeinfluß worden sein:
– Kaufzurückzahltung bei potentiellen Kunden
– Fehlende Möglichkeit der Auslieferung in Europa vor allem in den Monaten April und Mai, z.B. weil Kunden geschlossen hatten.
– Corona zeigt Bedarf an Automatisierungslösungen und kann somit zu mehr Umsatz als weniger führen.
Da OMRON über verschiedene Sparten verfügt, die in Summe und in YEN im Vorjahresvergleich 8,5% an Umsatz verloren, wird hier das Augenmerk auf die Industrie Automation gelegt, zu der auch die Cobots/ Roboter zählen.
Umsatz zum Vorjahr – 7,9%, aber China + 22% (Nachfrage getrieben durch Corona! – passend hierzu: Ein Integrator hat einen mobilen Roboter von OMRON zu einem Desinfektionsroboter umgebaut – Link), Süd-Korea + 31%, Europa – 22% und USA -10% (hier begann Corona ja später). China im Vergleich zu Januar bis März 2020 + 64%! Hierbei ist wiederum zu berücksichtigen, dass zur wichtigsten Kundenbranche die Automobilindustrie zählt, die unabhängig von Corona eher rückläufig sein dürfte.
Die m.W. erstmals vom vormaligen Universal Robots-Geschäftsführer Schmid formuierte These, dass die Robotik durch Corona profitieren wird, da Roboter keinen Mindestabstand benötigen, scheint sich zu bestätigen.

Per Saldo konnte die Industrie Automation ihr Ergebnis und auch ihre Rohertragsquote sogar leicht steigern. Ein Preisdruck war also nicht erkennbar. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet OMRON für die hier relevante Sparte allerdings mit einem Umsatzrückgang von 13%.

Universal Robots mußte übrigens im Zeitraum April bis Juni einen Umsatzrückgang von weltweit 32% hinnehmen. Details folgen, sobald sie vorliegen.