ABB Robotics erschließt Ladenlokale mit Top-Referenz

Einer meiner Standardsprüche lautet “Es gibt Märkte, an die wir nicht denken.” ABB hat nun Beispiele vorgestellt, wie Roboter in Ladenlokalen zum Einsatz kommen können. Konkret geht es um zwei Fälle. Den Einsatz beim 3D-Druck mit hohem Erlebniswert für den Konsumenten und dann die Logistik im Schuhgeschäft. Mein Favorit ist die Lösung für Schuhgeschäfte. Denn wer kennt es nicht: Das Personal wird nach einer anderen Größe oder einem anderen Modell gefragt und schon verschwindet es für längere Zeit um einen Schuh im Lager zu holen. Gerade wenn das Personal älter ist, habe ich Schwierigkeiten es mehrmals “loszuschicken”. Dann geht dem Geschäft womöglich Umsatz verloren.

Opdra

3D-Druck finde ich schön, ist aber unverändert teuer und langsam. Betrachte ich die Mieten in guten Lagen, die schnell 300 €/ qm erreichen können, dürfte sich der Nutzen aus “Erlebniseinkauf” schnell abnutzen. Aber entscheiden muß natürlich der Kunde. Und dieser war hier mit dem Londoner Kaufhaus Selfridges ein absoluter Profi. Hier die Pressemitteilung, Fotos und als Mehrwert ein Video.

3D-Druck aus recyceltem Meeresplastik im Londoner Kaufhaus Selfridges

Eine spannende 3D-Druck-Installation mit einem ABB-Roboter zeigt derzeit im Londoner Kaufhaus Selfridges, eines der bekanntesten Kaufhäuser in der Oxford Street, wie die Zukunft des Einzelhandels aussehen kann. Während des gesamten Monats April können Kundinnen und Kunden in einem der Schaufenster beobachten, wie ein ABB-Roboter verschiedene personalisierte Designobjekte aus Parley Ocean Plastic® druckt.

Die 3D-Druck-Installation ist Teil des Konzepts „SUPERMARKET“ von Selfridges. Es soll Verbraucherinnen und Verbraucher anregen, darüber nachzudenken, wie Waren hergestellt werden und welche Auswirkungen die Produktion auf die Umwelt hat.

Eine spannende 3D-Druck-Installation mit einem ABB-Roboter lässt sich derzeit im Londoner Kaufhaus Selfridges bestaunen. Sie zeigt auf, wie die Zukunft des Einzelhandels aussehen kann. (Bild: ABB)

„Eine größere Produktauswahl erfreut zwar Kundinnen und Kunden, geht jedoch gleichzeitig zu Lasten der Umwelt. Denn Produkte und Verpackungen werden oft weggeworfen, ohne dass hinterfragt wird, wo sie entsorgt oder ob sie recycelt werden“, betont Marc Segura, Leiter der Robotics-Division von ABB. „Indem wir Designobjekte aus wiederverwertbarem Meeresplastik drucken, zeigen wir, dass Roboter einen wichtigen Beitrag für nachhaltige Fertigungsprozesse leisten können, die für die Kreislaufwirtschaft von zentraler Bedeutung sind.“

Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit der Umweltorganisation und dem globalen Netzwerk Parley for the Oceans sowie der innovativen Designmarke Nagami entwickelt. Die Installation, bestehend aus der Simulationssoftware RobotStudio® sowie ABB‘s Industrieroboter IRB 6700, kann verschiedene Gegenstände aus Parley Ocean Plastic® herstellen, wie beispielsweise Möbel oder Haushaltswaren. Unter Anwendung des innovativen Kunststoffextruders von Nagami druckt der Roboter die Objekte direkt vor Ort entsprechend der Kundenbestellung, die per Bildschirmeingabe abgewickelt wird.

„Parley Ocean Plastic® wurde gegründet, um der Plastikverschmutzung und der Zerstörung unserer Weltmeere entgegenzuwirken“, sagt Cyrill Gutsch, Gründer und CEO von Parley. „Durch die Zusammenarbeit mit zwei führenden Branchengrößen, ABB und Nagami, können wir jetzt überall auf der Welt nach Bedarf drucken – und überführen so ein Problem in eine Lösung. Der Direktdruck in Kaufhäusern wie Selfridges bietet enormes Potenzial zur Abfallreduzierung. Darüber hinaus wollen wir diese Technologie nutzen, um Organisationen rund um den Globus zu befähigen, ihren Plastikmüll in eine unternehmerische Chance und nützliche Gegenstände zu verwandeln. Für die Ozeane, das Klima und das Leben.“

Roboter verändern das Einkaufserlebnis

Die Installation unterstreicht zum einen die Bedeutung von Umweltinnovationen. Zum anderen hebt sie das große Potenzial der robotergestützten Automatisierung für den Einzelhandel hervor – insbesondere wenn es darum geht, Geschäfte für Kundinnen und Kunden attraktiver zu gestalten. Roboter kommen bereits vermehrt in der Lagerhaltung und im Versand sowie für Serviceleistungen in den Geschäften zum Einsatz. Das Forschungsunternehmen Coherent Market Insights schätzt, dass Robotik im Einzelhandel bis 2028 um 30 Prozent zunehmen wird1.

„Roboter werden vermehrt eingesetzt, um Kundinnen und Kunden wieder in die Geschäfte zu locken“, sagt Marc Segura. „Wir glauben, dass ihre Akzeptanz dabei hauptsächlich von drei Trends beeinflusst wird. Erstens, Micro-Fulfillment: Roboter können in den Läden bei der Auftragsabwicklung und bei der Auslieferung unterstützen. Zweitens, Personalisierung: Roboter können ein Produkt nach spezifischen Kundenwünschen herstellen. Optional kann der Kundin oder dem Kunden eine automatische Personalisierung auf Basis früherer Kaufgewohnheiten angeboten werden. Und Drittens, ‚Retailtainment‘: Roboter können als Teil einer interaktiven Ausstellung oder Show eingesetzt werden, um Besucherinnen und Besucher zu informieren und zu unterhalten.“

Unter Anwendung des innovativen Kunststoffextruders der Designmarke Nagami druckt der ABB-Roboter Objekte direkt vor Ort entsprechend der Kundenbestellung, die per Bildschirmeingabe abgewickelt wird. (Bild: ABB)

Ein Beispiel hierfür ist eine Installation mit einem ABB-Roboter in der Berliner Filiale des deutschen Modehändlers Solebox. Hier können Kundinnen und Kunden über die Eingabe an einem Bildschirm Schuhe auswählen, die der Roboter dann aus einem Regal entnimmt und in eine Schublade legt. Wenn der Schuh nicht passt oder ein anderes Modell anprobiert werden soll, holt der Roboter den Schuh wieder aus der Schublade und stellt ihn zurück in das Regal. In China hat das Mobilfunkunternehmen Huawei in Zusammenarbeit mit ABB einen Kiosk entwickelt, in dem Kundinnen und Kunden Elektrogeräte wie Smartphones und Tablets abholen können. Der Kiosk ist speziell für den Einsatz in Haupteinkaufsstraßen konzipiert. Dabei prüft das FlexBuffer-System von ABB alle Geräte, die entweder online bestellt oder vor Ort gekauft wurden. Nach der Auswahl werden die Produkte zur Mitnahme in eine Abholschublade gelegt.

„Die Möglichkeit, Roboter in Geschäften sowohl hinter als auch vor der Ladentheke einzusetzen, bietet dem Einzelhandel spannende Möglichkeiten. Wenn Roboter bei Micro-Fulfillment-Tätigkeiten unterstützen, kann das Personal entlastet werden und sich somit mehr darauf konzentrieren, Kundinnen und Kunden ein besseres Einkaufserlebnis zu bieten“, resümiert Marc Segura. „Wie die Installation bei Selfridges zeigt, ermöglichen Roboter auch eine personalisierte Produktion der Waren direkt in den Geschäften, was dem Einkaufserlebnis eine ganz neue Dimension verleiht.“

Mit diesem neuen Kundensegment erweitert ABB das Portfolio im Rahmen einer breit angelegten Strategie, die Expansion in neue und wachstumsstarke Segmente wie die Logistik sowie das Gesundheits- und Bauwesen zu beschleunigen.

Zum Beitragsbild oben: Roboter kommen im Einzelhandel bereits vermehrt in der Lagerhaltung und im Versand sowie für Serviceleistungen in den Geschäften zum Einsatz. Ein Beispiel hierfür ist eine Installation mit einem ABB-Roboter in der Berliner Filiale des deutschen Modehändlers Solebox. Hier können Kundinnen und Kunden über die Eingabe an einem Bildschirm Schuhe auswählen, die der Roboter dann aus einem Regal entnimmt und in eine Schublade legt. (Bild: ABB)

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Der Autor dieses Blogs ist maßgeblich am KI-/ Robotik-Projekt Opdra beteiligt. Er berät Robotik-Firmen und Investoren bei den Fragen Marktanalysen und Finanzierung/ Förderungen. Mehr zu seiner Person finden Sie hier.

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