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Banken/ Sparkassen: Fordert Roboter für ein gutes Rating!

Die Tage habe ich während zwei Tage den Vakuum-Greifer-Spezialisten Schmalz besuchen dürfen (Bericht folgt). Im Rahmen der Pressegespräche wies Dr. Maik Fiedler, Leiter der Geschäftsfelder Vakuum-Automation und Vakuum-Handhabung, auf die Personalkrise hin. Aus den USA wäre bekannt, dass rund 365.000 Schweißer fehlen. (Ob etwas mehr oder weniger ist eigentlich egal.) Trotzdem zögern die Unternehmen noch mit der Anschaffung von Schweißrobotern. Da wurden mir zwei Dinge bewußt: Manchmal muß man jemanden zum Glück zwingen und das Rating ist unvollständig. Im Mittelstand ist das Rating seitens der Hausbank/ Sparkasse ein großes Thema. Dieses beeinflusst den Zinssatz maßgeblich und die Finanzierungsmöglichkeiten überhaupt.


Die Unternehmensnachfolge ist längst sekundär

Zu den Standardfragen im Rahmen des Ratingsprozesses gehört, insbesondere bei älteren geschäftsführenden Gesellschaftern: „Haben Sie eine Nachfolge?“. Klar eine wichtige Frage. Nun gab es im Großraum München diverse Absagen von Veranstaltungen mangels Personal. Hier wurde die Personalkrise durch die Presse bekannt. Abgesagt wurde z.B. des Open-Air Festival des Bayerischen Rundfunks nach dem ersten Tag (man hatte kein Personal mehr), nun der traditionsreiche „Keferloher Montag“ und Gaststätten müssen mangels Personal ganz schließen. In all diesen Fällen ist der Inhaber/ Pächter glücklicherweise wohlauf, aber der Betrieb wird dennoch faktisch eingestellt. Außerhalb der Gastronomie sind die Folgen der Personalkrise nicht minder groß, aber „diskreter“.

Viele Schweißer können verdächtig sein

Von Betriebsbesichtigungen in meiner Region (Oberbayern) weiß ich: Schweißer sind Mangelware und es gibt zu wenige und noch weniger deutsche oder aus dem EU-Raum. Die Folge ist, dass häufig über Personaldienstleister Schweißer z.B. aus Osteuropa (jenseits der EU-Grenzen, also dem Balkan oder auch der Ukraine) engagiert werden. Sie haben alle keinen direkten Arbeitsvertrag mit dem Unternehmen und am Ort i.d.R. auch keinen Wohnsitz. Bei Kunden beachten Banken/ Sparkassen das „Klumpenrisiko“ (ABC-Analyse). Bei derart für das Unternehmen existenziellen Arbeitskräften aber nicht. Kommt es morgen zum Streit mit dem Personaldienstleister etc. verfügt das Unternehmen über keine Schhweißer mehr.

Eine Turnkey-Lösung sollte mindestens vorhanden sein

Wenn ein Unternehmen mehrere Schweißer über Werksverträge beschäftigt, kann somit davon ausgegangen werden, dass diese – allein auf Grund ihrer Anzahl – extrem wichtig für das Unternehmen sind. In diesem Fall sollte, so die Idee für das Rating, zumindest eine Roboter-Schweißzelle vorhanden sein. Denn dann hätte sich das Unternehmen bereits mit der Thematik beschäftigt und könnte schnell handeln, wenn die Schweißer nicht mehr zur Verfügung stehen. (Bei Spezialanwendungen wie dem Großbehälterbau kann es ja Ausnahmen geben.)

Dieser Ansatz läßt sich auf andere Tätigkeiten übertragen.

Ausreden nicht mehr akzeptieren

Heute ist es so, dass bei stagnierenden Erlösen die Bank nach den Gründen fragt. Häufig lautet die Antwortet dann: „Wir könnten ja mehr verkaufen, uns fehlt aber das Personal.“ Da der Banker dies auch bei anderen Unternehmen der Gegend gehört hat bzw. die Personalkrise ja nicht unbekannt ist, kann er es nachvollziehen. Alle leben letztlich in einer Blase. Die Möglichkeit der Automatisierung wird gar nicht real geprüft. Ein erweitertes Rating kann dazu beitragen, dass diese Blase platzt. Dies wäre im Interesse aller: Denn mehrere Jahre ohne Umsatzzuwachs leiten letztlich eine schleichende Liquidation ein.

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