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Fallstudien: Productive Robotics nennt zahlreiche Lösungen

Eines vorweg für Unternehmen, die noch keine Erfahrung mit Leichtbaurobotern haben: Was hier nachfolgend vorgestellt wird, können auch die hiesigen Roboter-Anbieter. Aber Productive Robotics (USA) stellt seine Leistungen m.E. besonders transparent vor, da nur auf einer Seite.


Seit Jahren beobachte ich den amerikanischen Cobot-Hersteller Productive Robotics. Grund ist seine gewisse Etablierung dank Fokussierung auf den Mittelstand sowie den in den USA dazugehörendem Patriotismus (zum 4. Juli werden Fotos von Cobots mit US-Flagge veröffentlicht) und auch seine siebte Achse. Der amerikanische Markt zeichnet sich übrigens mutmaßlich durch extreme Lohnunterschiede aus. Dies gilt nicht nur für Top-Positionen zu Hilfskräften, sondern auch für Mitarbeiter in Region A zu Mitarbeiter mit gleicher Tätigkeit in Region B. Diese Unterschiede sind in Deutschland geringer, bewirken aber bereits hier, dass der Roboterpreis in Süddeutschland bei weitem nicht so wichtig ist wie in anderen Regionen Deutschlands.

Per Saldo kann festgestellt werden, dass für einen erheblichen Anteil der betrieblichen Tätigkeiten Lösungen bereits vorhanden sind.

Etablierung in den USA

Im Nachgang zur IMTS 2022, der weltweit größten Automatisierungsmesse jenseits von China, veröffentlichte Matt Malloy auf LinkedIn die nachfolgende Übersicht. Sie bestätigt die gewohnte Dominanz der beiden Marktführer FANUC (Marktführerschaft bei Industrieroboter soll auch bei Cobots erreicht werden) und Universal Robots (Cobots). Sie waren am häufigsten zu sehen – sowohl was die Anzahl der Roboter auf eigenen Ständen wie auch auf Partnerständen betrifft. Auf Platz drei war aber bereits Productive Robotics.

Ich kenne keine Marktzahlen, doch kann ich mir vorstellen, dass Productive Robotics auf Grund der guten Positionierung in den USA in Summe in etwa genauso viele Cobots verkauft wie Kassow Robots weltweit. Dennoch hat der eigene YouTube-Kanal weniger 400 Abonnenten. Dies nebenbei als Indiz, dass der akquirierte Mittelständler schnell wieder zum Tagesgeschäft übergeht und nicht großer Fan des Cobot-Herstellers wird und ihm intensiv folgt.

Komplettlösungen für Anwendungen

Im Nachgang zur IMTS-Messe führt Productive Robotics seine gezeigten Komplett-Lösungen auf (Link). Diese zeigen, dass der Automatisierungsweg in den USA und bei uns stark ähnelt ist und dass die Einsatzfelder in beiden Ländern gleich sind. Im Gegensatz zu den hiesigen Hersteller hat Productive Robotics nicht nur eine eigene Optik (Vision), sondern auch einen eigenen Endeffektor sowie offenbar auch einen eigenen Schweißtisch.

Neuartiges Schweißsystem?

Auf dieser Website wird es als „branchenweit erstes Produktionsschweißsystem, das von Augmented Intelligent Vision, Vison-fähigen , Teach-by-Touch-Cobots“ betrieben wird. Es umfaßt zwei getrennte Stationen, so dass der Cobot schweißen, während der Werker ungefährdet einrichten kann. Wie bereits erwähnt, gibt es ähnliche Lösungen auch in Deutschland zu kaufen.

CNC-Maschinenbeschickung

Die mittels Cobot automatisierte Maschinenbeschickung erfreut sich auch bei uns großer Beliebheit Sie profitiert sicherlich davon, dass ihre Kunden besonders technik-affin sind. Wer sich regelmäßig teure Bearbeitungszentren kauft, muß dies auch sein. Interessant ist der von Productive Robotics genannte Stundensatz von 5 US-$ (Link). Selbst wenn dieser für den 3-Schicht-Betrieb gelten sollte, was wären schon Kosten von 15 $ im Ein-Schichtbetrieb? D.h. selbst in schwierigen Zeiten mit schwacher Auslastung amortisiert sich ein Cobot – diese Aussage ist auch auf heimische Lösungen übertragbar. Was können generell derartige Lösungen?

  • Maschinentür öffnen und schließen
  • Rohteile aufnehmen und in die Maschine einlegen
  • Drücken der Zyklustaste
  • Entnahme der fertigen Teile
  • weitere Prozesse sind möglich (z.B. Entgraten).

Kleben und Dosieren

Ein großer Pluspunkt der Cobots ist ihre Genauigkeit beim Kleben und Versiegeln und somit die Nachhaltigkeit (weniger Ausschuss). Zugleich sind sie flexibler als so mancher zunächst denken mag. Zu heimischen Lösungen, vgl. Link.

Teilekennzeichnung

In der Serienfertigung kann Teilekennzeichnung verlangt werden. Hier kann ein Cobot entweder das Werkstück zuführen oder einen entsprechenden Teilekennzeichnungsaufsatz führen. Das Video zeigt einen amerikanischen Teilkennzeichner an einem dänischen Cobot:

Verpacken

Eine der unergnomisten Tätigkeiten kann das Verpacken sein. Diese sich monoton wiederholende Tätigkeit ruft regelrecht nach einem Cobot. Productive Robottics verwendet hierfür Sauggreifer aus Deutschland (Schmalz). Verwandt hierzu ist das Thema Palettieren, also das Aufeinanderstapeln. Beide Anwendungen lassen sich auch von Laien leicht programmieren, da die Programmierung zunehmend intuitiv erfolgt.

Inspektion

Während der Cobot beim Packen und Palettieren unqualifiziertere Tätigkeiten übernimmt, ist die Materialinspektion schon verantwortungsvoller. Das Software- und Kamera-Angebot ist in diesem Segment groß, so dass Lösungen einfach zu implementieren sind. Ggfs. können eigene ‚Teile mit überschaubaren Aufwand selbst einglernt werden. Die Flexibilität ist also gewährleistet.

Nach diesem verkürzten Messen-Überblick das passende Video hierzu:

Bei aller Globalisierung zeigt Producitive Robot Robotics, dass gerade junge Unternehmen auf Jahren erstmal mit der Erschließung des heimischen Marktes beschäftigt sind. Auf diesem treffen sie auf bereits globalisierte Wettbewerber (Universal Robots), aber auch auf ebenfalls rein heimische Nischen-Anbieter wie RoboJob-USA:

Vernetzen wir uns? LinkedIn
->
Zur Cobot-Gruppe auf LinkedIn (Link
)

In eigener Sache/ Werbung
Der Autor dieses Blogs ist maßgeblich am KI-/ Robotik-Projekt Opdra beteiligt. Er berät KMU rund um Robotik – bis zu 50% Förderung der Beratung sind möglich. Permanent auf der Suche nach interessanten Lösungen hat er schon hunderte Applikationen gesehen. Aus diesem Grund gehören auch Großunternehmen zu seinen Kunden, die zwar über Know how verfügen, aber nicht den gesamten Markt kennen. Mehr zu seiner Person finden Sie hier.

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