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Hat Aubo einen Riesenauftrag von BYD erhalten?

Universal Robots ist Weltmarktführer, Elite Robots und Neuromeka und wahrscheinlich Jaka und Doosan Robotics wollen die Dänen ablösen. Aubo aus China könnte es aber am ehesten schaffen. Vermutlich als Reaktion auf den gestrigen KUKA-Beitrag erhielt ich von einem Leser Info und Quelle zu einem Großauftrag, der wohl seinesgleichen suchen würde.


Nachtrag: Ein Leser dieses Artikels hat mir diesen hier zugemailt – eine weitere Bestätigung für die nachfolgenden Ausführungen.

Im Januar 2023 soll Vereinbarung unterschrieben worden sein.

Zu Beginn des Jahres soll BYD (Build Your Dreams), der große chinesische Hersteller von Elektrofahrzeugen, 7.500 Roboter bei Aubo bestellt haben; vorausgegangen war eine erste Bestellung über bis zu 700 Stück in 2022. BYD verkauft in China bereits 15 mal so viele Elektrofahrzeuge wie VW und will auch in Deutschland Marktführer bei den Stromer werden (Link). Der Kauf von solch einer Zahl von Cobots wäre aus mehreren Gründen überraschend: Einerseits greifen Autohersteller für die Massenproduktion bevorzugt auf Industrieroboter zurück und dann spricht eigentlich gegen Aubo die begrenzte Traglast von maximal 20 kg.

Dieses Modell gibt für monatlich 400 € bei 10.000 km/ Jahreslaufleistung bzw. 40.000 neu.

China-Experte Georg Stieler

Bei allem Respekt vor meinem „Informanten“, der zwar ein ausgewiesener Robotiker ist und nicht regelmäßig in China weilt, habe ich Georg Stieler um eine Einschätzung gebeten. Georg Stieler ist China-Kenner und hat vergangenes Jahr eine Studie zu Industrie-Robtern in China veröffentlicht (Link). Er hat sich umgetan und meint, dass an der Aussage etwas daran sein könnte. Zugleich verweist er auf den enormen Preisverfall der Cobots in China. Von fast 70.000 RMB (knapp 10.000 €) in 2021 auf bisweilen nur noch 40.000 bis 50.000 RMB (grob 6.000 €). Aubo hätte bereits in 2021 einige tausend Modelle an einen Betreiber von Masssagesalons verkauft.

Georg Stieler war übrigens kürzlich erstmals nach Corona wieder in China und hat seine Eindrücke auf LinkedIn geschildert. In diesem Artikel nimmt er auch Bezug zur chinesischen Robotik, die weiter die Preise senken will. Ergänzen möchte ich seinen Hinweis auf den Marktanteilsverlust europäischer Hersteller als Folge der Lieferkette während Corona: M.W. kamen europäische Integratoren während Corona nicht mehr in das Land um weitere Roboter für deutsche Autohersteller zu installieren. Ein Autohersteller hatte somit nur die Wahl zwischen Abwarten auf ein Ende von Corona (war lange nicht absehbar – es wurde gar spekuliert, dass Corona für eine dauerhafte Isolierung des Landes genutzt werden würde) bzw. der Beauftragung von Chinesen. Auch hierdurch dürften sich Marktanteile verschoben haben. Da Verträge wie der kolportierte Großauftrag nur mittels großzügiger Rabatte machbar sind, scheint Aubo ganz stark auf schnelles Wachstum anstelle von Profitabiltät zu setzen.

Aubo plant humanoide Roboter

Sollte es wirklich diesen Großauftrag geben – der der Massagesalons ist fix – würden wir Aubo in Europa weniger wahrnehmen als Jaka oder Elite Robots weil Aubo Zuhause bereits gut ausgelastet wäre. Dann könnte es gut sein, dass Aubo Ende des Jahres Stückzahlenführer wäre, wohl aber nicht Umsatzführer. Denn dafür ist die Preisdifferenz zwischen Aubo und Universal Robots zu groß. Wenn Aubo aber 1.000ende Roboter an BYD verkauft, muß das Unternehmen von der Leistung seiner Roboter absolut überzeugt ein. Das Risiko eines Austausches (gegen was?) wäre existenzbedrohend.

Folgt man den Gerüchten, wil Aubo zügig humanoide Roboter für die Produktion vorstellen. Dies so schnell, dass denkbar erscheint, dass es sich bei einem Teil der Lieferung an BYD um ebensolche Roboter handelt.

Charlie Munger ist 99 Jahre alt und der Partner von Warren Buffet (92 Jahre).

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). Der Verfasser ist auch beratend tätig (Robotik, Tech & Finanzierung/ Bewertungen). Kaum jemand dürfte über eine vergleichbare Markt- und Lösungsübersicht verfügen. Dank staatlicher Förderung besteht für KMU die Möglichkeit einer Betriebsbesichtigung mit konkreten Empfehlungen etc. zum Pauschalpreis von 1.750 € („Sondergebiete“ 800 €) incl. Anreise.

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