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Tagungsbericht „SmartVision.town“

Gestern habe ich gelernt, dass eine Region (hier das Allgäu), will sie i.S. Digitalisierung vorne dabei sein, zumindest vier Dinge benötigt:

  1. Einen aktiven und gut vernetzten Wirtschaftsförderer (hier in Person von Philipp Heidrich, Abteilung Stadtmarketing, Tourismus, Wirtschaftsförderung), der eine sehr gelungene, da abwechslungsreiche und große Veranstaltung organisiert hat.
  2. Einen Bürgermeister (hier Dr. Wolfgang Hell, Marktoberdorf), der sich nicht als Verwalter, sondern als Gestalter sieht und und auch mittels Networking mit den Nachbargemeinden die gesamte Region voranbringen will.
  3. Ein innovatives Großunternehmen, dass den Mittelstand bei der Digitalisierung mitziehen will (hier der Landmaschinenhersteller AGCO Fendt, der seine Räumlichkeiten zur Verfügung stellte und bereitwillig sein Digitalisierungs-Know how incl. Robotik zeigte – so manchner KMU-Vertreter dürfte nie zuvor einen an ihm vorbeifahrenden mobilen Roboter gesehen haben).
  4. Ein Bundesland (hier Bayern), das an regionalen Hochschulen Studiengänge Mechantronik & Robotik einrichtet (hier in Kempten), damit die Jugend vor Ort bleibt. Denn wer einmal abwandert, kommt nicht wieder.

Nachfolgend werden nur Aspekte mit Bezug zur Robotik erwähnt.

Der Market Segment Manager Automotive von Kuka, Poldi Heidrich, zeigte die Entwicklung der Automobilfertigung auf: Die von Henry Ford eingeführte Linienfertigung werde immer unwirtschaftlicher, da die Autohersteller immer mehr Automodelle haben. Ford hatte ursprünglich nur ein Modell, BMW kommt heute alleine bei der Karosserie auf 80 verschiedene Varianten mit einer noch größeren Anzahl an Unterböden. D.h. die Stückzahl je Modell nimmt tendenziell ab, so daß zunehmend eine Matrix-Fertigung wirtschaftlicher wird. Bei dieser gibt es lauter Fertigungsinsel. Ist die Nachfrage nach einer Komponente besonders groß, fällt die Skalierung leichter. Den Materialtransport zwischen den Inseln nehmen autonom fahrende Roboter vor.

Stefan Schneider von TQ Systems ist einer der Geschäftsführer der Firma, die den Panda von Franka Emika zusammenbaut. TQ Systems baut als Lohnbetrieb Elektronik-Teile zusammen. Da hier der Produktlebenszyklus sehr kurz ist, kann sich der Produkt-orientierte Roboter-Einsatz nicht rentieren. Vor diesem Hintergrund entwickelt das Unternehmen Lösungen auf Basis eines Arbeitsschrittes wie Schrauben oder Testing – natürlich mit dem Panda. Der Ansatz dieses schnellwachsenden Unternehmens dürfte für viele andere Unternehmen von Interesse sein. Die Prognosen zum eigenen Cobot-Einsatz wirken zumächst ambitioniert: 2019 hatte man 10 produktive Roboter im Einsatz (incl. „Franka baut Franka“), 2020 werden es 25 (incl. Schrauben und Testing) und 2023 werden es 150 Cobots. sein. Das Erstaunliche an der letzten Zahl: Obwohl das Unternehmen Robotik-affiner als das Gros der Unternehmen ist, dürfte dann der Roboter-Einsatz im Verhältnis zur Mitarbeiterzahl nur dem entsprechen, was heute in Süd-Korea über alle Unternehmen üblich ist. Dies zeigt das enorme Potential, dass die Robotik und gerade die Cobots hierzulande noch haben.

Das Münchner Startup Robominds stellte seine Lösung Bin-Picking-Lösung vor. Zunächst auf Universal Robots fixiert, werden nun Lösungen für den Panda programmiert. Es würde nicht verwundern, sollte sich Franka Emika bald an dem Unternehmen beteiligen.

Der Autor dieses Blogs steht für Marktrecherchen oder auch einen Gang durch Ihre Produktion/ Fertigung zum Festpreis zur Verfügung (Detail), um dann konkrete Vorschläge für den Einsatz von Cobots und anderen Robotern incl. Fördermöglichkeiten zu unterbreiten. Es werden sowohl KMU wie Groß-Unternehmen besucht. U.a. in Bayern ist  eine 50%ige Investitionsförderung denkbar. Das Standardbuch über Cobots stammt ebenfalls von ihm.