Fallstudie: Kuka-Cobot im Reinraum

Bei der hier zuletzt kritisierten Hannover Messe gab es heute einen hoch-interessanten Vortrag von Kuka. Es ging um den Cobot-Einsatz bei der Halbleiter-Fertigung. Diese Branche stellt ohne Frage einen extremen Wachstumsmarkt dar. Ihr Umsatz kann mittelfristig, so denke ich, das der Automobilindustrie übertreffen. Dies macht vielleicht verständlich, warum der Panda von Franka Emika mit nur IP20 ausgestattet wurde. Für Aufgaben incl. Testing in dieser Branche reicht es völlig – ebenso seine bescheidene Traglast von 3 kg. Interessant auch, dass typischerweise die Roboter vor dem Schmutz der Fertigung geschützt sein müssen, es im Reinraum aber genau umgekehrt ist. Diese Notwendigkeit zur extremen Sauberkeit gilt nicht nur für die Chip-Industrie, sondern auch für große Teile der Medizinproduktion. Roboter und Cobots für extrem saubere Umgebungen werden also ein überproportionales Wachstum haben.

Kuka konnte bei seiner Präsentation auf die gute Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut und der großen Akzeptanz beim Kunden verweisen. Ein Mitarbeiter von Infineon lobte explizit Kuka. Gut zu wissen, dass Infineon zufrieden ist. Das Unternehmen ist schließlich der größte Gewerbesteuerzahler der Gemeinde Neubiberg/ Landkreis München, meines Wohnortes.

Wie im Video zu hören ist, verfügt Infineon an seinem stetig wachsenden Standort Villach über 23.000 qm Reinraum – genug Platz für Cobots und ihre mobilen Kollegen. Eingesetzt werden dort 17 LBR-iiwa. Dieser wird wegen seiner siebten Achse genutzt. (Der Panda hat ebenfalls 7 Achsen.) Die respektable Zahl von 17 Cobots relativiert sich allerdings ein wenig, bedenkt man, so die Aussage im Video, der Erstkontakt zu Kuka 2010 zustande kam. Es kommen aber auch noch zahlreiche andere Roboter zum Einsatz.

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Der Autor dieses Blogs ist maßgeblich am KI-/ Robotik-Projekt Boost-Bot beteiligt. Er berät Robotik-Firmen und Investoren bei den Fragen Markt (-eintritt)/ Business Development und Finanzierung/ Förderungen. Das Standardbuch über Cobots stammt ebenfalls von Guido Bruch.

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