Industriepolitik: Neuer Robotik-Industriepark in China beschlossen

Europäische Robotik-Cluster sind rar. Neben Odense gibt es rund um München einige Robotik-Firmen, die Hard- und Software vereinen samt diverser Lehrstühle der TU München. Zudem wurde nun ein Bayerischer AI-Rat von der Staatsregierung ins Leben gerufen. Vorsitzender des AI-Rates ist Prof. Dr. Sami Haddadin, der bekanntlich einer der Köpfe und Gründer von Franka Emika ist. Berlin hat einzelne Software getriebene Robotik-Firmen und am Neckar scheint die Hardware im Vordergrund zu stehen. Eine breite staatliche Förderung der Robotik-Industrie ist jedoch nicht wahrnehmbar. Auch aus diesem Grund wurde die Tage der Deutsche Robotik-Verband gegründet, zu dessen Gründungsmitgliedern der Autor zählt.

Im 3 Mio. Einwohner zählenden Bezirk Pudong der chinesischen Metropole Shanghai sollen nun zwei weitere Industreparks speziell für Robotik-Firmen mit einer Gesamtfläche von 9,4 qkm entstehen. Bereits 2023 soll dort eine Wertschöpfung von rund 6 Mrd. Euro erwirtschaftet werden. Angesiedelt werden sollen dort Robotik-Firmen mit den Schwerpunkten Smart Manufacturing und Big Data. Microsofts weltweit wohl größte KI-Forschung befindet sich bereits in der Nachbarschaft. Ebenfalls dort ansässig sind Tech-Konzerne wie IBM oder Infineon, womit sich der Kreis wieder schließt  – ich wohne 4 km von der Konzernzentrale entfernt. (Infineon beschreibt auf seiner Website Cobots ausführlich und anschaulich – Link.)

Offenbar ist das Wachstum der in Shanghai beheimateten Robotik-Firmen so groß, dass diese Erweiterung notwendig ist. Neben heimischen Firmen wie Siasun investieren auch ausländische Firmen wie Fanuc in der Region. Gerade Siasun, das Unternehmen bietet vor allem Cobots an, dürfte heuer durch seine Kooperationspoltiik in Europa bekannter werden.  Das aus dem Aufzugsbau kommende Unternehmen Shanghai STEP Electric Corporation nutzt sein Bewegungs-Know how um immer stärker in die Robotik einzusteigen. Der westliche Markt scheint aber – da man in China wachsen kann – noch uninteressant zu sein. Bislang werden kleinere Industrieroboter und Scara-Roboter angeboten. Bereits in Pudong angesiedelt ist ABB. Der Konzern entwickelt auch vor Ort hat und bislang in China 2,4 Mrd. US-$ investiert.

Bis 2025 sollen 8.000 HighTech-Firmen im Großraum Pudong ansässig sein. Die meisten werden zwar nichts mit der Robotik zu tun haben, aber Schnittstellen zu ihr wird es dennoch immer wieder geben.

Das Video zeigt einen Delta-Roboter von der ebenfalls in Pudong ansässigen Uirobot. Bei dem Roboter spielt die KI  offenbar noch keine Rolle – quasi ein Exponat wie es auf Jahre noch benötigt wird, bei dem der Preisdruck aber immer größer werden dürfte. Höhere Margen werden mit KI erzielbar sein. An der angestrebten großen europäischen KI-Cloud Gaia-X beteiligen sich übrigens immer mehr amerikanische und chinesische Unternehmen. Die Möglichkeiten einer eigenen EU-Industriepolitik scheinen begrenzt zu sein.

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Der Autor dieses Blogs ist maßgeblich am KI-/ Robotik-Projekt Boost-Bot beteiligt. Er berät Robotik-Firmen bei den Fragen Markt/ Business Development und Finanzierung (gerade bei Bankgesprächen kann er durch seine Marktkenntnis als “neutraler” Dritter punkten). Er steht zudem potentiellen  Anwendern für einen Gang durch Ihre Produktion/ Fertigung oder per Telefon auf Basis von Fotos/ Beschreibungen zum Festpreis zur Verfügung (Detail), um dann konkrete Vorschläge für den Einsatz von Cobots und anderen Robotern incl. Fördermöglichkeiten zu unterbreiten. Es werden sowohl KMU wie Groß-Unternehmen besucht. Das Standardbuch über Cobots stammt ebenfalls von ihm. Dazu kennt er sich bestens mit den KfW-Corona-Programmen aus (incl. Ausnahmeregelungen).

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