Jungheinrich übernimmt AMR-Spezialisten arculus

Im Bereich der Transportsysteme zeigt sich immer mehr, es kommt zu einer Konzentration und es vermischt sich. Der traditionelle Gabelstapler-Hersteller Jungheinrich hat nun den ebenfalls deutschen AMR-Spezialisten acrulus übernommen. arculus hat sich auf den autonomen, Workflow-optimierten Transport gerade in der Serienfertigung (z.B. Automotive) spezialisiert. Laut Website wurden mit der Software bereits 500.000 km koordiniert und 1,5 Mio. Picks gesteuert. Von der Software dürfte mittelfristig auch das bestehende Sortiment von Jungheinrich profitieren. Die Belegschaft des Münchner Startups ist binnen fünf Jahre auf 90 Personen gewachsen.

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arculus hat eigene AMR und eine für Dritt-AMR offene Software

Das Besondere am Münchner Startup dürfte die Kombination aus drei eigenen mobilen Robotern mit Traglasten zwischen 250 kg und 1.200 kg sowie eine Softwareplattform sein, in die auch AMR von Dritt-Anbietern eingebunden werden können.

Jungheinrich-Chef zur Akquisition

Dr. Lars Brzoska (Foto), Vorstandsvorsitzender der Jungheinrich AG sagte zum Deal: „Mit der Akquisition von arculus ist es uns gelungen, Jungheinrichs Kompetenzen im Handlungsfeld Automatisierung umfassend auszubauen. Wesentliche AMR-Anwendungsbereiche, wie der Ware-zur-Person-Kommissionierung, werden nicht zuletzt durch den stetig zunehmenden E-Commerce anhaltend stark wachsen. Zusammen mit dem Team von arculus heben wir Wachstumssynergien und erschließen uns wesentliche Zukunftsfelder in der automatisierten Lagerlogistik. Gemeinsam schlagen wir ein neues Kapitel in der Geschichte des Lagers der Zukunft auf.“

Wie geht es weiter?

Sicherlich will der in der Fläche stark vertretene Jungheinrich-Vertrieb primär eigene Produkte verkaufen. Sollten aber andere AMR besser sein, kann er noch immer die arculus-Software platzieren. Deren Nutzen dürfte in vielen Bereichen größer als der Nutzen der Hardware sein. Die Hardware muß natürlich Mindestanforderungen (Traglast, Geschwindigkeit, Laufzeit) erfüllen, für den Rest dürfte die Software entscheidend sein. Der nächste logische Schritt könnte die Einbindung von Cobots sein. Dies dürfte auch für die USA gelten, wo es zuletzt ebenfalls zu einigen interessanten Übernahmen kam. Ein wenig erstaunt bin ich, dass die Gründer offenbar ihre gesamten Anteile verkauft haben.

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Der Autor dieses Blogs ist maßgeblich am KI-/ Robotik-Projekt Boost-Bot beteiligt. Er berät Robotik-Firmen und Investoren bei den Fragen Markt (-eintritt)/ Business Development und Finanzierung/ Förderungen. Das Standardbuch über Cobots stammt ebenfalls von Guido Bruch (das Buch ist allerdings bereits 2 Jahre alt und daher nicht mehr ganz aktuell). Mehr zu seiner Person finden Sie hier.

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