Robotik-Boom: Wie schafft es der Vertrieb?

Die Graphik oben stammt von der aktuellen Investoren-Präsentation von ABB, Division “Robotic & Discrete Automation”, für das 1. Quartal 2022. Sie zeigt einen gigantischen Auftragseingang. Eine Zusatzinfo: Auch vor 2020 lag der Auftragseingang m.W. immer deutlich unter 1 Mrd. US-$/ Quartal. Als Folge der Materialknappheit konnten zugleich nur 730 Mio. US-$ ausgeliefert werden. Bei einem Auftragsbestand von 2,5 Mrd. US-$ darf der Kunde nun grob bis zu 1 Jahr auf seine Bestellung warten! Die anderen Robotik-Firmen boomen ebenfalls, wenn auch nicht ganz so extrem.

Industrie-Roboter stehen Cobots nicht nach

Betrachte ich die Graphik, komme ich zum Schluss, dass die klassischen Industrieroboter sich in etwa so positiv wie Cobots entwickeln sollten. Beim starkem Anstieg von ABB mögen die im Vorjahr vorgestellten Cobots zwar ebenso eine Rolle spielen wie vorgenommene Preiserhöhungen und Akquisitionen (Asti Mobile, Sevensense), die für Mehrumsatz sorgen, dennoch auch die klassischen Roboter boomen offensichtlich. Sind die Bestellung aus der Elektromobilität so hoch? ABB schreibt “All customer segments increased at a double-digit rate, with particularly strong momentum in automotive – driven by EV investments in China, general industry and machine builders.”

Mit der anstehenden Veröffentlichung der neuen Universal Robots-Zahlen kann verglichen werden.

Hat sich der Kunde geändert?

ABB mag seinen Vertrieb aufgestockt haben und auch ein wenig Online verkaufen. Dennoch stellt sich die Frage, wie der Vertrieb diesen “Kundenansturm” bewältigt. Bestellt der Kunde schneller als zuvor oder ist er einfach kompetenter, so dass der ABB-Mitarbeiter mehr Zeit für die Neu-Akquise hat? Andererseits dürften nicht wenige Interessenten als Folge der Lieferzeiten abspringen und in manchen Ländern noch Corona ein Hemnis sein. Ehrlich gesagt, ich verstehe es nicht, wie all die Bestellungen akquiriert und aufgenommen werden. Allenfalls ein Luxusproblem.

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