fbpx

Tagungsbericht: Innovativer Robotereinsatz in der industriellen Praxis, Teil 2

Das junge Stuttgarter Unternehmen drag&bot will insbesondere die Programmierung von Industrie-, aber auch von Leichtbaurobotern vereinfachen. Hierdurch soll die Geschwindigkeit der Inbetriebnahme und die Flexibilität beim Einsatz der Industrieroboter erhöht und vor allem die die Kosten der Programmierung und Inbetriebnahme radikal reduziert werden. Denn diese machen typischerweise 30% der Projektkosten aus, so der Gründer und Chef der Firma Martin Naumann. Zur Reduktion dieses enormen Aufwandes setzt das Unternehmen auf eine graphische Oberfläche, die intuitiv bedient werden kann. Integriert in der Software ist eine einheitliche Schnittstelle, so dass die Anwendungen von einem Roboter auf den nächsten – auch dem eines anderen Herstellers – leicht übertragbar sind. Heute nicht unterstützte Roboter-Hersteller werden von drag&bot bei Bedarf berücksichtigt. Als Zusatzmodule werden solche für die Bildverbearbeitung und kraftgeregelte Roboter-Bewegungen angeboten. Natürlich kostet drag&bot Geld. Berechnet wird je Roboter eine Lizenz – dennoch sollen die bisherigen Kosten der Automatisierung halbiert werden. Die weiteren Vorteile (Skalierbarkeit, Unabhängigkeit) sind hierbei nicht berücksichtigt. Zu den Kunden des Unternehmens zählen nicht nur „unbedarfte“ Mittelständler, sondern auch große Industrie-Unternehmen, die eine mehrstellige Anzahl an Robotern in Einsatz haben und denen es schlicht um die Steigerung der Effizenz geht.

Ein wenig vergleichbar mit diesem Ansatz ist das Karlsruher Startup ArtiMinds. Allerdings ist der verfolgte Ansatz komplexer und beginnt bereits bei der Planung der Roboterzelle. Vorgestellt wurde die Software von Christopher Abel, dessen Vortrag den Titel trug „Kontinuierliche Auswertung und intelligente Optimierung flexibler Roboteranwendungen in der wandlungsfähigen Fabrik“.

Leo Bartevyan von der CENIT AG programmiert die Werkstücke anstelle des Roboter. Und da die Teile auf Grund von CAD-Programmen bekannt sind, reduziert sich der Aufwand deutlich. Mit den CAD-Informationen wird mittels Schnittstelle der Roboter gefüttert, so dass die Maßarbeit bei der Programmierung und letztlich Redundanz entfällt. Eine typische Anwendung für sein Produkt ist das Schweißen und das Bearbeiten von kleinen Losgrößen. Beim Punktschweißen erfolgt beispielsweise ein Import der Arbeitspunkte und der Prozeßparameter sowie eine Übernahme der An- und Abfahrtstrategien – ähnliches gilt für das Bahnschweißen.

In Zeiten der mobilen Roboter von Kuka, Omron oder MIR überrascht zunächst ein wenig das Geschäftsmodell von evocortex. Dr. Christian Pfitzner stellte aber einleuchtend dar, wie eine Kamera-basierte Lokalisierung von fahrerlosen Transportfahrzeugen anhand der vorhandenen Bodenstruktur möglich ist. Anstelle von Markierungen oder Sendern fährt bei ihm das FTF einmal die Halle ab und merkt sich die Bodenstruktur. Denn fast kein qm eines Hallenbodens ähnelt einem anderen. Die Erfassung erfolgt mittels Lidar.

Robert Kleck von Kuka stellte dar, wie Roboter anfangen zu sehen und zu fühlen, mobil sind und selbst lernen. Ein praktisches Beispiel hierfür ist der Einsatz eines Kuka-MRK bei Bosch-Siemens-Hausgeräte in Dillingen. Das Video ist übrigens schon vier Jahre alt – heute würde man womöglich anders vorgehen:

Der Autor dieses Blogs steht für Marktrecherchen oder auch einen Gang durch Ihre Produktion/ Fertigung zum Festpreis zur Verfügung (Detail), um dann konkrete Vorschläge für den Einsatz von Cobots und anderen Robotern incl. Fördermöglichkeiten zu unterbreiten. Es werden sowohl KMU wie Groß-Unternehmen besucht. U.a. in Bayern ist  eine 50%ige Investitionsförderung denkbar. Das Standardbuch über Cobots stammt ebenfalls von ihm.