bAHead: Cobot automatisiert das Labor – Investor willkommen

Premiere: Heute werden nicht nur Anwender, sondern auch Investoren angesprochen.

Opdra

Vor kurzem wurde hier die britische ABB-Beteiligung Automata vorgestellt. Ausgehend vom eigenem kleinem Cobot hat sich das Geschäftsmodell immer mehr zum Automatisierer von Laboren entwickelt. Im Artikel wurde darauf hingewiesen, dass Denso, der klassische Anbieter eines Kleinst-Cobots, dem “Treiben” passiv zu sieht. Stimmt so nicht! Denso ist Hardware-Partner beim 2018 gegründeten Hamburger Startup bAHead. Das Unternehmen wurde vom langjährigen Labor-Experten Rainer Treptow gegründet. Er will Labore automatisieren. Interessant dabei:

Labore und Fertigungen haben die gleichen Probleme

Beide Tätigkeitsgebiete leiden unter Fachkräftemangel. Derzeit gelten 3.000 Labor-Stellen als unbesetzt. Die denkbare Automatisierung von monotonen Tätigkeiten scheitert im Labor wie in der Fertigung aber häufig an einem: Ein Roboter könnte zwar greifen etc., erhielte aber mangels Schnittstellen keine Informationen. Was nützten all die Informationen, wenn sie nicht zu einem Roboter gelangen? Für die Fertigung mit ihren besonderen Anforderungen gibt es seit kurzem Opdra. Im Labor zeichnet sich zwar ein Ende der Schnittstellen-Problematik ab, dies aber erst auf lange Sicht. Durch den SILA II-Standard kommt es irgendwann zu einer Standardisierung – bei Neugeräten. Das Problem bedarf aber einer schnelleren Lösung, so bAHead.

bAHead sieht, denkt und handelt wie ein Mensch

Die Lösung des Problems fehlende Schnittstelle ist eine Kombination von drei Industrietechnologien. Konkret wird ein Cobot mit einer 3D-Kamera an dem Arm und einer cloudbasierten künstlichen Intelligenz kombiniert. Beim Cobot fiel die Wahl auf den Denso Cobotta.

Anwendungsfall

Hiermit ist es möglich die vorhandenen Laborgeräte wie ein Mensch zu bedienen. Also Knöpfe drehen, Tasten betätigen, Deckel öffnen und schließen, Anzeigen ablesen, interpretieren und digitalisiert an die Bedienoberfläche weiterreichen. Pipettieren und Probengefäße öffnen und schließen. Füllstände werden erkannt etc. Die KI erkennt über die 3D-Kamera automatisch die Geräte und auch Consumables sowie deren exakte Position. Positionsabweichungen der Consumables zum Beispiel vor und nach dem Mischen oder Zentrifugieren können automatisch erkannt und korrigiert werden und somit können die Consumables jederzeit sicher gegriffen werden. Daraus folgt, dass man damit nicht nur monitorisieren sondern auch automatisieren kann. Gerade diese Kombination hat für alle Beteiligten, Anwender und Hersteller den entscheidenden Vorteil, dass sich die teure Digitalisierung nicht nur über das Monitoring rechnen muss sondern die dadurch mögliche schrittweise modulare Automatisierung ein hohes Payback bringt. Diese Cobot Lösung kann 24/7 arbeiten und ist in einer Minute an einer Workbench ausgeklinkt und bei einer anderen eingeklinkt. Die Effizienzsteigerung liegt bei Faktor 6-10, was dazu führt, das die Amortisation in der Regel unter 6 Monaten liegt. Bei so einer Effektivität ist großer Spielraum für Hersteller und Anwender. Es können komplette Applikation aus austauschbaren Einzelgeräten für den Kunden zusammengestellt werden. Die Reproduzierbarkeit ist besser als 5/100mm und für das Abfahren einer ganzen 96er Mikrotiterplatte mit absenken der Pipettenspitze in jedes Well benötigt z.B. nur 50 Sekunden.

Marktpotential

Jeder, der während Corona auf ein Test-Ergebnis warten mußte, dürfte die Vorteile einer Automatisierung schnell erkennen. Unabhängig von Corona fehlen allein in Deutschland 3.000 Fachkräfte. Deren Zahl nimmt eher zu. Hinzu kommen die ganzen Labore z.B. in der Lebensmittelindustrie oder der Kosmetik (laufende Qualitätskontrolle der Produktion). Der Markt dürfte in Europa somit deutlich fünfstellig sein. Das Geschäftsmodell dürfte neben einer Verkaufsgebühr mittelfristig auch Servicegebühren etc. umfassen. Dies wird hier erwähnt weil das Unternehmen offen für Investoren ist. Bislang wurde alles aus Eigenmitteln finanziert. Nach meinen Informationen kann die Marktreife binnen 15 Monate mit einem sechsstelligen Betrag erreicht werden. Bei Interesse, CEO Rainer Treptow ist über LinkedIn zu erreichen.

Vernetzen wir uns? LinkedIn
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In eigener Sache/ Werbung
Der Autor dieses Blogs ist maßgeblich am KI-/ Robotik-Projekt Opdra beteiligt. Er berät Robotik-Firmen und Investoren bei den Fragen Marktanalysen und Finanzierung/ Förderungen. Mehr zu seiner Person finden Sie hier.

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