Automata schafft den Durchbruch – Denso unter Druck

Das hier frühzeitig vorgestellte britische Startup Automata kann dank richtiger Strategie weitere Erfolge verbuchen. Das Unternehmen hat einen Cobot für die Automatisierung von Labortätigkeiten entwickelt. Stichwort Diagnostic und mehr. Mit einer Reichweite von 60 cm und einer Traglast von 1,25 kg kann der 6-Achser zahlreiche Tätigkeiten im Labor übernehmen. Er ist günstiger als der kleinere Cobatta von Denso und enthält vor allem immer mehr Software-Optionen. Automata verkauft den reinen Roboterarm nur noch “nebenbei” als Werkzeug. Es geht um die Software. Denso agiert weiter wie ein klassischer Roboterarm-Anbieter (Produktseite). Somit gibt es hier einen interessanten Vergleich Startup vs. etabliertes Unternehmen. Allerdings sind Labore für Denso nur ein Einsatzgebiet von vielen.

Automata hat bislang fast 60 Mio. erhalten – auch von ABB

Bereits in der Serie A ist mit ABB ein Robotik-Experte bei Automata eingestiegen. In der im Februar 2022 erfolgten Serie B hat sich ABB neben Finanzinvestoren wiederum beteiligt. Mit den im Februar zugeflossenen 50 Mio. US-$ hat das Unternehmen in Summe rund 58 Mio. US-$ erhalten. In Hardware wurde bislang aber bislang kaum investiert, sondern offenbar nur in den Markt und vor allem die Software. Die Marktinvestitionen betrafen bislang UK und nun auch die USA.

Kooperation mit anderen Labor-Automatisieren

Nur zwei Monate vor der jüngsten Finanzierungsrunde gab das Unternehmen eine Kooperation mit Flow Robotics aus Dänemark bekannt. Flow Robotics hatte zu diesem Zeitpunkt bereits diverse Lösungen und auch gute Referenzen. Gegenwärtig soll sich Automata für die deutsche “Opdra“-Software interessieren, mit der ohne Schnittstellen einfach Messergebnisse digitalisiert werden können.

Statt KI “nur” Workflow im Software-Angebot?

Wenn ich es richtig sehe, setzt Automata zwar sehr stark auf Automatisierung, hier aber offenbar nicht, oder zumindest nicht explizit hervorgehoben mittels Künstlicher Intelligenz. Vielleicht sind selbstlernende Lösungen für ein Labor auch zu unsicher, zu gefährlich. Stattdessen geht es Automata um die richtige Analyse im Labor mittels Automatisierung. Denn rund 1/4 der Laborfehler (z.B. durch falsches Auslesen der Geräte) beeinträchtigen die Patientenversorgung, so dass in der Folge 3% bis 12% der Patienten ernste Nachteile erfahren. Durch Korrekturen im Labor entstehen dazu Kosten von etwa 180.000 US-$ im Labor, so Automata.

Namhafte Referenzen

Automata kann als Referenzen Konzerne wie Novatis und Universitätskrankenhäuser nennen. Diese lassen vermuten, dass der Status eines Startups längst verlassen wurde. Nicht klar ist, inwieweit ABB zum Erfolg beigetragen hat. Nur mit Geld, oder auch mit Vertrieb und mehr. Vom ersten Eindruck her scheint es, dass es keine größere Zusammenarbeit gibt. Auf den ABB-Seiten wird Automata nicht erwähnt und über Google lassen sich gemeinsame Aktionen kaum finden. Durch Covid dürfte das Unternehmen von einer Sonderkonjunktur erfahren haben.

Preisentwicklung passend zum Markteintritt

Klar, EVA, so heißt der Cobot von Automata, ist nicht direkt mit dem Cobotta von Denso vergleichbar. Aber Labor-Nutzer werden dennoch beide Modelle vergleichen. Da ein Laborbetreiber zum bisherigen Marktführer Cobotta leichter Vertrauen findet, war der Preisunterschied zu Beginn sehr groß. Der Cobotta kostet(e) etwa 15.000 €, EVA kostete am Anfang weniger als 6.000 Pfund, dann schnell 8.000 und liegt jetzt günstigensfalls bei 11.000. Die Wettbewerbsdifferenzierung über den Preis wird somit immer unbedeutener. Bei Automata kommen dazu natürlich noch Software-Erlöse.

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Der Autor dieses Blogs ist maßgeblich am KI-/ Robotik-Projekt Opdra beteiligt. Er berät Robotik-Firmen und Investoren bei den Fragen Marktanalysen und Finanzierung/ Förderungen. Mehr zu seiner Person finden Sie hier.

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