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Gastronomie

Fallstudie: Roboter frittieren in der Gastro-Küche

Der in Südkorea beheimatete, aber bei uns nicht aktive Cobot-Hersteller Neuromeka hat ein anschauliches Video veröffentlicht. Vorweg: Was gezeigt wird, kann auch mit Robotern anderer Hersteller umgesetzt werden. Womöglich wird bei uns die Arbeitssicherheit strenger gesehen. Dass bei uns sich Mitarbeiter während des Prozesses in der Nähe der Roboter aufhalten dürften, bezweifle ich. Ggfs. gäbe es aber auch hierfür Lösungen.


Durchdachte Lösung

Am Fang sieht man, dass sich die Cobots auf mobilen Stationswagen befinden und vor Benutzung einmalig schnell angedockt werden. Dies bietet zwei Vorteile: Die Reingung ist kein Problem und ggfs. kann anstelle der Roboter ein Mensch wieder frittieren. D.h. der bestehende Prozess wird nicht verändert. Im Anschluss erfolgt die Kalibrierung, d.h. die Feineinstellung. Denn die Cobots verfügen nicht über eine KI, die etwaige Veränderungen der Umgebung korrigieren würde.

Übertragbar auf hemische Küche

Letztlich ist dieser Ansatz übertragbar auf alle Vorgänge, die sich häufiger wiederholen und wenige Bewegungen beinhalten. Ein Abschmecken etc. geht natürlich nicht. Die Lösung zeigt aber auch, dass bei etwaigen Neubauten oder Anmietungen ein größerer Platzbedarf in der Küche eingeplant werden sollte. Einerseits ist ein solcher Roboter-Wagen voluminöser als ein Mensch und dann wird er u.a. irgendwo abgestellt. Stufen oder oder nur größeres Gefälle wären ebenso schlecht wie schmale Gänge.

Die Kosten

Aus der Ferne ist es schwer die Kosten zu beurteilen. Von Vorteil ist, dass die Roboter nicht schwer heben müssen, aber eine gewisse Reichweite benötigen. Diese Lösung dürfte incl. der Programmierung wohl eher 100.000 € als weniger kosten. Die Lösung wäre aber skalierbar. Denkbar erscheint, dass ein größerer Betrieb/ Kantine, der eine mehrjährige Amortisation akzeptiert, mit dem Integrator eine Rückvergütung von Betrag x aushandelt, wenn eine weitere Lösung verkauft werden kann.

Abgrenzung

Die hier gezeigten Roboter können immer nur stets machen wozu sie angelernt wurden. Zudem ist keine größere Bevorratung möglich. D.h. eine Interaktion mit dem Personal ist weiterhin notwendig. Dies unterscheidet die Lösung von den komplexen Küchen-Zellen von Aitme oder GoodBytz. Diese hochpreisigen Zellen können lange Zeit alleine Kochen und sind offen für permanent varriierende Gerichte/ Speisenabfolgen.

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). Der Verfasser ist auch beratend tätig (Robotik, Tech & Finanzierung). Seine Beratungen für KMU incl. Gastronomie werden zu 50% gefördert, in Regionen wie Trier oder Ostdeutschland ex Leipzig/ Berlin gar zu 80%! Er kennt sich auch mit Service-Robotik bestetens aus.