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igus mit Umsatzrendite wie Apple – bald auch mit Cobots?

Der in der Robotik-Branche sehr geschätzte Wolfgang Kräußlich hat in seinem YouTube-Kanal Next Robotics erneut über Roboter von igus berichtet. Höhepunkt war die Ankündigung, dass im kommenden Jahr das bislang als Prototyp bekannte Modell robolink® ReBeL® auf den Markt kommen soll. Für nur 2.500 € erhält man eine Reichweite von 80 cm und eine Traglast von 2 kg. Klassische Cobots kosten  i.d.R. fünf- bis zehnmal soviel. Das eigentlich Interessante bei igus ist: Das Unternehmen ist sehr ertragreich. Erfahrungsgemäß sind Unternehmen wie igus mit einer sich fast auf Apple-Niveau befindlichen Umsatzrendite vor Steuern von 20% (Quelle: Konzernbilanz 2018) bei der Wahl ihrer neuen Geschäftsfelder sehr wählerisch. Sie forcieren nicht etwas um Skalieren zu können („das nehmen wir noch mit, die Kosten sind eh da“), sondern sie haben für jedes Geschäftsfeld sehr hohe Ertragserwartungen. Übertragen auf die Robotik bedeutet dies, dass igus den erwähnten Roboter für etwa 2.000 € herstellen und vertreiben kann – der Rest ist Gewinn. Im Video wird hierauf natürlich nicht eingegangen, wohl aber auf den Low-Cost-Aspekt. Die Roboter haben ein Getriebe aus Kunststoff. Klassische Roboter (Kuka, Universal Robots) sind zudem mit Servomotoren oder Schrittmotoren ausgestattet während igus auf bürstenlose Gleichstrommotoren setzt. Franka Emika nutzt m.W. auch einen Gleichstrommotor. igus dürfte die mit Abstand größte Wertschöpfungstiefe aller Roboter-Hersteller haben.

Wenn der Low-Cost-Roboter, den Alexander Mühlens, igus-Geschäftsbereichsleiter low cost-Automatisierung und Robotik, als Cobot bezeichnet, auf den Markt kommt, dürfte er zunächst bei Firmen punkten, die sich sonst womöglich keinen Roboter kaufen würden oder mit etwas „Spielgeld“ experimentieren wollen. Bei akzeptabler Qualität/ Bewährung im Einsatz dürfte er sich in der Folge sukzessive auch in anspruchsvolleren Einsätzen bewähren und womöglich größere Geschwister bekommen.

Nach fruitcore und vermutlich Neura Robotics scheint den bisherigen Cobot-Anbietern ein weiterer ernsthafter und vor allem preiswerter Konkurrent zu erwachsen. Die Umsatzrendite von igus ist übrigens nicht nur hoch, sondern der Umsatz mit knapp 750 Mio€ ebenfalls. igus ist also kein Nischen-Anbieter. Ein Absatz von einigen 1.000 Robotern dürfte bei dem niedrigen Preis daher kaum der Wachstumsstrategie des Gesamtkonzerns gerecht werden.

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In eigener Sache/ Werbung
Der Autor dieses Blogs ist maßgeblich am KI-/ Robotik-Projekt Boost-Bot beteiligt. Er berät Robotik-Firmen bei den Fragen Markt/ Business Development und Finanzierung (gerade bei Bankgesprächen kann er durch seine Marktkenntnis als „neutraler“ Dritter punkten). Er steht zudem potentiellen  Anwendern für einen Gang durch Ihre Produktion/ Fertigung oder per Telefon auf Basis von Fotos/ Beschreibungen zum Festpreis zur Verfügung (Detail), um dann konkrete Vorschläge für den Einsatz von Cobots und anderen Robotern incl. Fördermöglichkeiten zu unterbreiten. Es werden sowohl KMU wie Groß-Unternehmen besucht. U.a. in Bayern ist eine 50%ige Investitionsförderung denkbar. Das Standardbuch über Cobots stammt ebenfalls von ihm. Dazu kennt er sich bestens mit den KfW-Corona-Programmen aus (incl. Ausnahmeregelungen).