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FinanzierungNeuromeka

Neuromeka erhöht Kapazität auf 18.000 – Börsengang

Einer der koreanischen Cobot-Hersteller ist Neuromeka. Das Unternehmen wurde bereits 2013 gegründet und ist damit deutlich älter als fast alle deutsche Cobot-Hersteller. An dieser Stelle immer wieder vorgestellt, strebt das Unternehmen nun an die Börse und will mit dem Geld Kapazitäten und Geschäftsmodell ausbauen. Bis 2026 will man Weltmarktführer im Markt für kleine und mittlere Fertigungsprozessautomatisierung werden. Offen die Marktführerschaft für den Gesamtmarkt in Anspruch genommen hatten zuvor bereits Universal Robots, FANUC und Elite Robots.


Kennzahlen von Neuromeka

Der für 2022 erwartete Umsatz von umgerechnet grob 10 Mio. Euro ist für ein heute ganz primär auf sein Heimatland fixiertes Cobot-Unternehmen zwar gut, aber auch nicht extrem hoch. Bedenkt man, dass Universal Robots in Europa 2021 rund 130 Mio. erlöste, dürfte der Umsatz des Marktführers in Deutschland weitaus über dem gelegen haben was Neuromeka in Korea erlöst hat. Erinnert sei in diesem Zusammenhang, dass Korea zwar weniger Einwohner zählt, dafür aber die höchste Roboterdichte, also automatisierungsaffiner ist.

Ende des 1. Halbjahres 2022 verteilte sich der Umsatz zu 56% auf Cobots, zu 3% auf Logistikroboter, zu 11% Roboterkomponenten und zu 29% auf Systemintegration.

Geschäftsmodell

Neuromeka erweitert derzeit seinen Geschäftsumfang von seinen kleinen/mittelgroßen Produkten für Fertigungsanwendungen (Pressmaschinen), Klimaanlagenproduktion (Haubenschweißtechnologie) und CNC-Maschinenbeschickung) auf Kunden aus der Food-Industrie. Offenbar verhandelt man derzeit auch um die Ausstattung einer größeren Pizza-Kette. Die eigene Automatisierungs- und Sicherheitsplattform soll bei der Expansion ein USP sein.

Angestrebte Verwendung der neuen Mittel

Die angestrebte Verwendung der durch den Börsengang zu generierenden Mittel deutet auf eine hohe Fertigungstiefe hin. Es soll nicht nur die Fertigungskapazität der Cobots auf 12.000 Einheiten bzw. der der Industrieroboter auf 6.000 Einheiten erhöht werden. Vielmehr sollen ab 2023 auch vier Arten von rahmenlosen Motoren und ab 2024 auch sechs Varianten an Harmonischen / Zykloidenreduzierer hergestellt werden. Der Umsatzanteil der Roboterkomponenten (s.o.) könnte somit steigen.

Offenbar wird auch ein Einstieg in den RaaS-Markt angestrebt. Die globale Verbreitung wird sicherlich verbessert. Derzeit ist man primär in Süd-Korea und ein wenig Vietnam und USA (San Diego) und Japan vertreten. Der Eintritt in den europäischen Markt dürfte nur eine Frage der Zeit sein. Derzeit wird aber noch ganz primär auf koreanisch kommuniziert.

Das Video zeigt eine Lösung, die es so bei uns m.W. nicht gibt. Auch hier sieht man wieder, wie mit ein wenig Phantasie viel Geld gespart werden kann. Die Mobilität der Cobots so zu erreichen war sicherlich deutlich günstiger als die Alternative Roboter mit sehr großer Reichweite und guter Traglast.

Etwas anderes findiges, allenfalls für Unternehmen interessant ist das automatisierte, aber langsames Sortieren von Briefen mittels Cobot:

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In eigener Sache/ Werbung
Der Autor dieses Blogs ist maßgeblich am KI-/ Robotik-Projekt Opdra beteiligt. Er berät KMU rund um Robotik – bis zu 50% Förderung der Beratung sind möglich. Permanent auf der Suche nach interessanten Lösungen hat er schon hunderte Applikationen gesehen. Aus diesem Grund gehören auch Großunternehmen zu seinen Kunden, die zwar über Know how verfügen, aber nicht den gesamten Markt kennen. Mehr zu seiner Person finden Sie hier.