Universal Robots mit erneut starken Zahlen

Teradyne, der US-Konzern, zu dem sowohl der Cobot-Marktführer Universal Robots (UR) wie auch Mobile Industrial Robots (MIR) gehören, hat erste Zahlen für den Zeitraum Juli bis September 2021 veröffentlicht. Wie stets wird zunächst von Teradyne nur die betreffende Sparte “Industrial Automation” in Summe betrachtet. Diese Sparte besteht aus den beiden genannten Firmen sowie noch unbedeutenden Startups. Da im 1. Halbjahr der UR-Erlös fast um den Faktor 5 über dem von MIR lag, hat UR eine starke Gewichtung, d.h. von einem, wie jetzt vermeldetem, starken Wachstum muß maßgeblich UR profitiert haben. Die UR-Zahlen gelten immer auch als Gradmesser für die Branche.

Erste Zahlen

Die hier relevante Sparte Industrial Autotmation konnte gegenüber Q 3 2020 um 32% zulegen. (Q3 im Vorjahr war nicht mehr ganz so stark von der Pandemie betroffen wie das sehr schwache 2. Quartal 2020.) Ein wenig überraschend war im 2. Quartal trotz der höheren Vergleichszahlen Universal Robots mit + 75% stärker gewachsen als MIR (+ 41%). Nun begründet Teradyne das starke Wachstum in Q 3 “on global demand growth at Universal Robots“. Es ist also nicht auszuschließen, dass UR gar um 35% gewachsen ist und MIR nur um 20%. Auf jeden Fall kann die Sparte ihr achtes zweistelliges Wachstum in Folge und steigende Erträge vermelden. Für das vierte Quartal wird ein weiteres Wachstum angekündigt. Der Vergleichswert aus dem Vorjahr (bei UR hohe 75 Mio. US-$) soll deutlich übertroffen werden.

Interpretation

Es handelt sich nur um eine Schätzung und nicht mehr: Ein Umsatz von Universal Robots in Höhe von 300 Mio. US-$ im gesamten Jahr 2021 halte ich nun für möglich. In 2020 wurden 221 Mio. US-$ fakturiert, im Vor-Corona-Jahr 2019 252 Mio. US-$ (bisheriger Rekord). Erstaunlich an der sehr guten Umsatzentwicklung in einem Umfeld mit stetig mehr Wettbewerbern sind für mich zwei Dinge:

  1. Kunden bestellen eifrig obwohl nicht wenige Branchen als Fogle der Lieferengpässe andere Sorgen als die Optimierung der Fertigung haben müßten.
  2. Universal Robots kann liefern – trotz Chip-Mangel. Hierfür kann es verschiedene Gründe geben: Teradyne könnte helfen oder aber auch der etwas ältere Stand der Cobots an sich. In ihnen sind nicht die neuesten KI-Chips verbaut und sie weisen weniger Sensorik auf als andere. Vielleicht aber hat der UR-Einkauf auch nur sehr frühzeitig extrem viel geordert.

Die gute UR-Entwicklung dürfte erstmal die Startup-Investoren zufriedenstellen. So falsch können ihre Markteinschätzungen nicht gewesen sein.

Robotik-Events