Neue Robotik-Finanzierungen

Im heutigen Handelsblatt ist hinter der Bezahlschranke ein Artikel über Investments in Robotik-Startups zu lesen. Es ist schwieriger geworden, die Bewertungen sind gesunken und ein Dollar Umsatz wird in den USA unverändert höher honoriert als in Deutschland. Aber es gibt weiterhin Geld, so die Aussage. In Deutschland lag das Funding 2022 recht konstant bei 0,6 Mrd. US-$. Dies wäre insofern bemerkenswert, wie 2021 gleich zwei “Schwergewichte” jeweils hohe Tranchen erhielten: Agile Robots und Neura Robotics. Zu Beginn 2022 erhielt andererseits Wandelbots 84 Mio. US-$ und andere legten nach. In den USA kam es hingegen 2022 zu einem deutlichen Rückgang der Finanzierungen von zuvor über 6 Mrd. US-$ auf 3,6 Mrd. US-$.

Die letzten Tage wurden zwei weitere größere Finanzierungen bekannt, die hier noch nicht erwähnt worden waren. Dies wird jetzt nachgeholt:

KEWAZO (Gerüstbauroboter) mit weiterer Finanzierung

Das Münchner Startup war sehr frühzeitig an dieser Stelle vorgestellt worden (Link). Es wurde 2018 gegründet und seitdem kenne ich es, da es sich bei einer BayStartup-Veranstaltung vorgestellt hatte. Der Aufbau von Gerüsten ist anstrengend, nicht ungefährlich und eigentlich unproduktiv. Denn immer muß jemand auf das nächste Gerüstteil warten. Da der Personalmangel hier zusätzlich stetig steigt, lag eine Automatisierung nahe. Aus der neuen Pressemitteilung: “KEWAZO automatisiert und digitalisiert den Materialfluss auf der Baustelle mit Hilfe modernster Robotertechnik und unübertroffener Datenanalytik. Das erste Produkt des Unternehmens, der LIFTBOT, ein intelligenter Roboteraufzug für Bau- und Industriestandorte, wird durch die Datenanalyseplattform ONSITE gestärkt. Seit 2021 sind ein Dutzend LIFTBOTs auf Europas bekanntesten Baustellen und in führenden Industrieanlagen in der Öl-, Gas-, Energie- und Chemieindustrie im Einsatz, unter anderem bei den Branchengrößen Bilfinger und Altrad.”

KEWAZO hat also den Proof-of-concept längst geschafft und konnte nun nach den ersten 10 Mio., die man bereits 2021 erzielt, weitere 10 Mio. US-$ einwerben. Wie das Gif über dem Beitrag veranschaulicht, ist der klassische Aufbau (linkes Gerüst) wesentlich personal-intensiver als der mit KEWAZO (rechtes Gerüst). Grob sollen 70% der Stunden eingespart werden können.

Bemerkenswert finde ich, dass Studierende überhaupt die Idee zum Aufbau von Gerüsten hatten und dass noch immer der Weg einer Kapitalerhöhung angestrebt wurde. Offenbar ist eine klassische Darlehensfinanzierung noch nicht möglich. Klar, noch gibt es keine Gewinne, aber dennoch denke ich, dass eine Darlehensfinanzierung vor etlichen Jahren einfacher gewesen wäre. Da konnten Banker noch an ein Unternehmen “glauben” ohne bei einem Misserfolg sanktioniert zu werden.

Weitere 42 Mio. US-$ für US-Mähroboter XXL

Für die Großrasenpflege (Golfplätze, Parkananlagen etc.) gedacht sind die autonom fahrenden Rasenmäher des US-Startups Scythe Robotics. Dieses hatte zuvor bereits 18 Mio. US-$ erhalten. Eigentlich ist das Video eher abschreckend: Ein LKW fährt wie heute vor und ein Mitarbeiter entlädt das Gefährt. Als Laie hätte ich gedacht, lieber kleinerer Rasenmäher, der nicht jedesmal angeliefert werden muß. Aber so kann man sich irren. Entscheidend sind die bereits vorhandenen 7.500 Reservierungen für den vollelektrischen, vollständig autonomen M.52-Mäher. Vor wenigen Jahren wäre dieser Mähroboter mangels ausreichender Batterien noch nicht möglich gewesen. Letztlich entscheidend wird auch hier die Software sein.

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Der Autor dieses Blogs ist maßgeblich am KI-/ Robotik-Projekt Opdra beteiligt. Er beantwortet Unternehmen die Frage, ob und wie ein Roboter bei Ihnen eingesetzt werden könnte (Erstanalyse samt Empfehlung). Dies in den Großräumen Trier und Lüneburg sowie Ostdeutschland ohne Leipzig/ Berlin für 700 € netto, im restlichen Deutschland zu einem Pauschalpreis von 1.750 € netto (incl. Anreise). Der niedrige Preis ist dank Förderung möglich. Permanent auf der Suche nach interessanten Lösungen hat er schon hunderte Applikationen gesehen. Aus diesem Grund gehören auch Großunternehmen zu seinen Kunden, die zwar über Know how verfügen, aber nicht den gesamten Markt kennen. Für Unternehmen ab 250 Mitarbeitern oder solchen mit Sitz in Österreich oder Schweiz gilt der Pauschalpreis nicht. Mehr zu seiner Person finden Sie hier.

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