Sind adaptive Roboter besser als Cobots?

Das 2016 in San Franisco gegründete und bedingt durch seine Investoren (6,5 Mio. US-$) nun stark chinesisch geprägtes Startup Flexiv hat einen über den der Cobots hinausgehenden Ansatz: Der Roboter soll nicht nur sicher mit dem Menschen arbeiten ohne dass dies zu Lasten der Geschwindigkeit geht, sondern auch laufend dank seiner KI lernen. Der Roboterarm soll sich mittels der Kombination aus Kraftsteuerung und KI an seine Umgebung anpassen, daher spricht Flexiv von adaptiven Robotern. Ziel ist fast die “eierlegende Wollmchsau”: Kollissionen sollen vermieden werden, Teile erkannt werden auch wenn die Lichtverhältnisse ungünstig sind oder sie sich bewegt haben. Ob adaptive Roboter die nächste Stufe der Cobots darstellen oder die Bezeichnung einfach nur eine clevere Marketing-Idee ist um Aufsehen zu erzielen, mag jeder selber beurteilen. Auf jeden Fall gehört das Flexiv-Modell Rizon zu den intelligensten Robotern, die es gibt. Der Rizon verfügt über 7 Achsen und eine Computervision für flexible Hand-Augen-Koordination und proprietärer Kraft- und Drehmomentsensorik, Als USP nennt das Unternehmen eine hochentwickelte Kraftsteuerung und die Fähigkeit eine bessere Hand-Augen-Koordination als ein Mensch zu erreichen. Rizon könne sich an komplexe Umgebungen anpassen und komplizierte Aufgaben automatisieren, wie z.B. hochpräzise Montage, Handhabung gekrümmter Oberflächen usw. Automatisierungslösungen, die auf unseren adaptiven Robotern basieren, so das Startup, können sehr kosteneffektiv sein, einfach mit weniger Peripheriegeräten auskommen und eine hohe Flexibilität für einen schnellen Wechsel bieten. Wenn all dies klappt, müßte der Roboter in naher Zukunft eigentlich einfacheren Programmierhilfen wie Wandelbots überflüssig machen können: Er schaut dem Menschen zu und macht es nach. Die Programmierhilfen sind natürlich gerade für die “dümmeren” Industrieroboter interessant. Aber letztlich dürfte die zunehmende Intelligenz der Cobots oder von Rizon früher oder später auch bei ihnen ankommen. Aber bis dahin werden wohl noch ein paar Jahre vergehen.

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Nun hat das Unternehmen ein Video vorgestellt, das stark an ein Video von Franka Emika erinnert: Bei Franka Emika stach ein Roboter mit einem spitzen Gegenstand auf einen Luftballon ein, spürte seinen Wiederstand und stoppte rechtzeitig bevor der platze. Das Panda-Video:

Bei Flexiv wird der Ballon gleich rasiert:

Der Rizon wird m.W. derzeit nur an Großkunden in China und den USA verkauft.

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Der Autor dieses Blogs ist maßgeblich am KI-/ Robotik-Projekt Boost-Bot beteiligt. Er berät Robotik-Firmen bei den Fragen Markt/ Business Development und Finanzierung (gerade bei Bankgesprächen kann er durch seine Marktkenntnis als “neutraler” Dritter punkten). Er steht zudem potentiellen  Anwendern für einen Gang durch Ihre Produktion/ Fertigung oder per Telefon auf Basis von Fotos/ Beschreibungen zum Festpreis zur Verfügung (Detail), um dann konkrete Vorschläge für den Einsatz von Cobots und anderen Robotern incl. Fördermöglichkeiten zu unterbreiten. Es werden sowohl KMU wie Groß-Unternehmen besucht. U.a. in Bayern ist eine 50%ige Investitionsförderung denkbar. Das Standardbuch über Cobots stammt ebenfalls von ihm. Dazu kennt er sich bestens mit den KfW-Corona-Programmen aus (incl. Ausnahmeregelungen).

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