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Cobot-Schleifen: Ist IBO-Engineering besser als OnRobot und Robotiq?

Zuletzt wurden die „Schleifer“ von OnRobot und Robotiq vorgestellt und zugleich die Präsentation eines Modells mit „German Engineering“ angekündigt. Schleifen ist deshalb ein Top-Thema für Cobots, da es alle typischen Voraussetzungen für die Automatisierung erfüllt: Es ist anstrengend, unergonomisch und im Hinblick auf den freigesetzten Schleifstaub ungesund. Zudem amortisiert sich ein Cobot schnell.

OnRobots und Robotiq bezeichnen sich als Startups, können aber in der jungen Branchen durchaus als etablierte Player bezeichnet werden.  Daher mag das Auftreten diesen neuen, noch unbekannten Anbieters ein wenig an „David gegen Goliath“ erinnern. Umso besser muss die Lösung daher sein. Wer steckt hinter IBO-Engineering?

Ein bayerischer Ingenieur, der seinen Namen noch nicht lesen möchte und sich seit sieben Jahren sowohl mit Cobots wie mit Schleifen intensiv beschäftigt und hier auch Erfahrungen in der Serienfertigung (Automobilindustrie) erworben hat, hat in den vergangenen zwei Jahren eine Lösung entwickelt, die den beiden zuvor genannten Anbietern offenbar in nichts nachsteht, wenn nicht gar überlegen ist. Selbst in der bayerischen Startup-Szene stark engagiert, ist es mir eine Freude, über ihn berichten zu dürfen.

Seine Anwendung ist sehr einfach zu programmieren. Für Laien ist dies sicherlich eine Grundvoraussetzung. Denn bei Bedarf kann optional das Teachsystem „Easy Sander“ von Obermeier Systems genutzt werden (Link). Dies ist umso hilfreicher, da plane Flächen eher selten vorkommen. Um eine komplexe Geometrie zu schleifen bedarf es hingegen viel technisches Know hows, da mit dem richtigen Anstellwinkel, Druck und Vorschubgeschwindigkeit gearbeitet werden muss. Das in dem Video zu sehende System zeigt wie einfach die Programmierung dennoch sein kann – dank „Easy Sander“.

Vor allem können unterschiedliche Schleifmittel automatisch gewechselt werden. Denn um einen automatisierten Betrieb zu gewährleisten muss zwangsläufig eine Schleifmittelwechselstation (SMWS) bei der Schleifanwendung mit integriert werden. Diese wurde in dem System sehr einfach gehalten (dadurch sehr geringe Wartungskosten), hat aber alle nötigen sensorischen Abfragen, um den Wechsel produktionssicher zu gestalten und die Ausfallzeiten zu minimieren. Die patentierte SMWS bietet dem Nutzer die Sicherheit unabhängig vom Schleifmittelhersteller die Anlage zu betreiben und kann die verschiedensten Variationen von Schleifmittel benutzen. Eine weitere Möglichkeit könnte sein, dass sich mehrere Cobots eine Wechselstation teilen, sodass größere Bauteile bearbeitet werden.

Bei Robotiq bedarf es des Menschen, der das Schleifpapier wechselt, OnRobot kann wechseln, aber immer nur das zuvor definierte Schleifmittel und dies offenbar herstellergebunden (3M). An Schleifmittel stehen bei IBO-Engineering bislang zur Verfügung: 7 /14+1 /16+1 Loch, Netzschleifmittel, Multihole und damit quasi alle auf dem Markt erhältlichen Schleifmittel. Schleifmittel mit Korngrößen von 80 bis 1200 können mit der SMWS bestückt werden und somit durchgängig geschliffen werden, um die gewünschte Rauheitstiefe zu erzielen.

Ähnlich wie Robotiq wird mit Druckluft gearbeitet. Der Hauptnachteil (Lärm) relativiert sich, da der Kompressor weiter entfernt platziert werden kann. Dass OnRobot ganz ohne Druckluft auskommt, ist sicherlich für die Betriebe von Vorteil, die bislang nicht mit Druckluft arbeiten. Um auch bei der verwendeten Hardware dem Anspruch des „German Engineering“ gerecht zu werden, kommt ein robotertauglicher Festool LEX3 mit 150 mm Tellerdurchmesser und 5 mm Hub zum Einsatz. Die Schleifstaubabsaugung kann als optimal bezeichnet werden (Adaption aller Staubsaugerhersteller ist gegeben).

Derzeit konzentriert sich der findige Entwickler auf Universal Robots, aber auch andere Cobot- und Roboterhersteller könnten dieses System adaptieren.  Das System wurde bereits ausgiebig getestet, dennoch werden Pilotkunden gesucht.

Auf eine durchaus kostspielige Option sei auch hingewiesen: Durch die Kombination mit der ALFLAK von Alphalaser GmbH (Link) kann das System eine bislang für Cobots nicht erreichte Mobilität erreichen: ALFLAK samt UR-Cobot können beispielsweise problemlos in einen VW-Bus fahren um so von einem Einsatzort zum nächsten transportiert zu werden. Mit der Installation auf der „FLAK“ wird die Reichweite des Cobots in X/Y/Z um 340mm/320mm/420mm erweitert.

Bei einem Besuch des Entwicklers dieses Systems konnte ich live diese Anwendung sehen und mir so einen Überblick verschaffen, wie spannend und facettenreich diese Thematik in der Gesamtheit ist.

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In eigener Sache/ Werbung
Der Autor dieses Blogs steht für Marktrecherchen oder auch einen Gang durch Ihre Produktion/ Fertigung oder per Telefon auf Basis von Fotos/ Beschreibungen zum Festpreis zur Verfügung (Detail), um dann konkrete Vorschläge für den Einsatz von Cobots und anderen Robotern incl. Fördermöglichkeiten zu unterbreiten. Es werden sowohl KMU wie Groß-Unternehmen besucht. U.a. in Bayern ist  eine 50%ige Investitionsförderung denkbar. Das Standardbuch über Cobots stammt ebenfalls von ihm. Dazu kennt er sich bestens mit den KfW-Corona-Programmen aus (incl. Ausnahmeregelungen).