Kassow-Großauftrag: AGV wurde von Project und Saurer entwickelt

Über den Großauftrag, den die Bosch Rexroth-Tochter Kassow Robots in den USA erhielt, wurde bereits berichtet. Hier weitere Details.

Opdra

Kombi aus Traglast und Gelenkigkeit

Der Auftraggeber und Integrator, die Project Unternehmensgruppe, war 2018 zugleich der weltweit erste Partner von Kassow Robots. Seine Wahl fiel auf den KR1018 (Reichweite: 1000mm, Traglast: 18 kg), der zugleich gelenkig und “stark” ist. „Eine Automatisierung wäre bei dieser AGV-Cobot-Lösung mit klassischen Sechs-Achs-Robotern nicht möglich gewesen, hier brauchte es den 7-Achser KR1018. Er kann auch ums Eck greifen und ist daher auf engstem Raum einsetzbar“, betont Ingo Rathmann, Geschäftsführer der Project Automation & Consulting GmbH. Die leichte Bedienung war ihm ebenso wichtig wie die “Ellenbogenfreiheit”. Dieter Pletscher, Global Sales Manager von Kassow Robots, sieht für die fünf 7-Achsen Cobots nicht nur im Mittelstand noch ein großes Automatisierungspotenzial „wir sind der Türöffner für weniger Footprint und höhere Produktivität.

Bei der verwandten Traglast ist offensichtlich, dass die Tätigkeiten für einen Mitarbeiter nicht ergommisch waren.

Entwicklung eines AGV

Da es neben Gelenkigkeit und Stärke bei dem Projekt auch um Mobilität ging und die Stückzahl – ebenso wie vermutich die Option der Skalierbarkeit bei anderen Kunden – groß ist, wurde ein AGV entwickelt: Saurer Technologies GmbH & Co. KG hat zusammen mit der project Automation & Consulting GmbH sowie project Service & Produktion GmbH ein freifahrendes Flurförderfahrzeug (AGV) entwickelt und gebaut. Dieses ist mit einem Magazin und einem Handlingsystem bestückt. In diese Lösung wurde ein KR1018 Cobot von Kassow Robots integriert. Dieser Cobot ist auf einer Linearachse montiert und dadurch extrem beweglich. Somit kann der Cobot die Kabliermaschinen in verschiedenen Höhen bestücken. Neben einer Entlastung der Mitarbeiter und reduzierten Personalkosten trägt diese Automatisierung zu einem reibungsloseren Garnspulenwechsel bei.

Der Prozess-Ablauf

  1. Das Fahrzeug bekommt von dem Steuerungssystem den nächsten Auftrag, die Kabliermaschine mit neuen Spulen zu bestücken. Zuvor hat der Bediener
    die leeren Hülsen abgeräumt.
  2. Dann fährt das Fahrzeug zu einem Wagen, in dem die Spulen bereitliegen. Alternativ können die Spulen auch auf einer Palette, einem Trolley o. ä.
    platziert sein.
  3. Nach Erkennung der genauen Position mithilfe eines Kamerasystems greift der Cobot die bereitgestellten Spulen.
  4. Die Spulen werden in einem auf dem AGV montierten Magazin abgelegt.
  5. Anschließend fährt das AGV mit den Spulen zu der Maschine.
  6. An der Maschine nimmt der Cobot die Spulen aus dem Magazin und setzt diese in die Kabliermaschine.
  7. Zur genauen Positionierungserkennung des Ablageplatzes kommt wieder die am Cobot installierte Kamera zum Einsatz

Umsetzung

Zur Umsetzung sagt Ingo Rathmann: “Es war Teamwork einerseits von unserem Engineering-Team und Saurer Technologies, aber auch meinen Kollegen der Project Service & Produktion GmbH. Sie waren für den Bau der Maschinen zu ständig. Und auch das kooperative Miteinander mit dem Industrie-Endkunden war wichtig, um die Lösung erfolgreich umzusetzen.

(Quelle der Fotos: Project Unternehmensgruppe / Kranenburg)

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Der Autor dieses Blogs ist maßgeblich am KI-/ Robotik-Projekt Opdra beteiligt. Er berät bei fast allen Fragen rund um Robotik incl Finanzierung/ Förderungen, aber nicht vertiefend in die Technik gehend. Mehr zu seiner Person finden Sie hier.

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