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Sind kleinere Unternehmen die Verlierer des Cobot-Zeitalters?

In loser Folge werden im Sinne eines Wort zum Sonntag Themen diskutiert. Dies ist ein weiterer Beitrag in der Reihe.

In der klassischen Lehre profitieren größere Unternehmen von ihrer Einkaufsmacht und Investitionsfähigkeit, während kleinere Unternehmen von ihrer Flexibilität profitieren. Große Unternehmen investierten bislang beispielsweise in die Automatisierung ihrer Fertigung, z.B. mittels Industrieroboter. Hiermit verbunden ist häufig ein Investitionsvolumen von mehreren 100.000 € – kein Problem bei der entsprechend großen Stückzahl an zu fertigenden Teilen (z.B. Automotive).

In der Theorie sollten somit kleinere Unternehmen von der aufkommenden Mensch-Roboter-Kollaboration profitieren. Denn viele Cobots sind entweder von Hause aus sehr einfach zu programmieren (u.a. Franka, Universal Robots, OMRON, Rethink Robotics, Yuanda.. ), es können fertige Programme für sie gekauft werden oder mittels Tools wie drag & bot können die MRK durch Vormachen angelernt werden. Zudem kosten erste, durchaus taugliche Geräte bereits weniger als 6.000 €. In der Theorie ist die Eintrittshürde Kapital und Expertenwissen somit deutlich reduziert worden. Der Einsatz von Cobots reduziert die Stückkosten und erhöht nochmals die Flexibilität.

In der Praxis aber hapert es noch. Einerseits sind viele KMU mental noch nicht weit genug um sich mit den Cobots anzufreunden, obwohl gerade sie das Fachkräfteproblem recht einfach lösen könnten (z.B. mannlose dritte Schicht/ Wochenendarbeit) und obwohl hohe staatliche Zuschüsse locken und andererseits fehlt bisweilen noch eine Grundvoraussetzung: Bedingungslose Sauberkeit. Vom Autor wurde ein Vertriebler eines führenden Cobot-Herstellers provokant angesprochen: „Eigentlich müßten Sie doch jetzt alles an kleinere Unternehmen verkaufen können.“ Seine Antwort war einleuchtend: „So einfach ist es nicht. Gerade kleinere Unternehmen tun alles im Hinblick auf einen hohen Output und vernachlässigen dann die Sauberkeit. In kleineren Zerspanungsbetrieben liegen häufiger Späne auf dem Boden. Mobile Roboter kommen hiermit beispielsweise nur schwer klar. Bei den großen Automobilzulieferern gibt es das Problem nicht. Da wird permanent gefegt, bei den kleineren Betrieben nur, wenn der Azubi Zeit hat.“

So wird es sein. Mit der Konsequenz, dass die größeren Unternehmen mittels Cobots ihre klassische Losgröße 1.000 + x zunehmend reduzieren werden und irgendwann – wenn sie Industrie 4.0 vollständig realisiert haben – bei Losgröße 1 ankommen werden. Was aber bleibt dann für die kleineren Unternehmen? Daher sollten kleinere Unternehmen erst recht frühzeitig den Einsatz der neuen Roboter ergebnisoffen prüfen. Übrigens kennt der Autor eine neue Lösung, die auch ohne die Schnittstellen-Thematik eine Teilautomatisierung zuläßt. Gerne helfe ich hier kostenlos.

PS: Wer glaubt, kleine Losgrößen bei großen Unternehmen blieben auch in der Zukunft eine Utopie, sei an die Entwicklung im Versandhandel erinnert. Früher (noch vor 30 Jahren) taten sich Nachbarn zusammen um den erforderlichen Mindestbestellwert zu erreichen. Heute liefert Amazon-Prime selbst Artikel im Wert von 5 € umgehend.

Der Autor dieses Blogs steht für einen Gang durch Ihre Produktion/ Fertigung zur Verfügung (Detail) um dann konkrete Cobot-Vorschläge incl. Fördermöglichkeiten zu unterbreiten. Es werden sowohl KMU wie Groß-Unternehmen besucht. Der Track-Record ist beachtlich.