Exklusiv: Techman kündigt großen Wurf an

Auf der weltgrößten Robotik-Messe, der IREX in Tokio, feierte Techman ein “großes Comeback”. Diese Wortwahl nahm eine asiastische Quelle bzw. die eigene (!) Marketing-Abteilung vor. Unabhängig davon hatte ich kürzlich geschrieben, dass ein neues Modell nicht schaden könnte. Der wichtigste Vertriebspartner von Techman ist bekanntlich Gesellschafter Omron.

Nach Tesla S kommt Techman S

Der neue bzw. aktualisierte Cobot heißt TM Robot S und wird mit umfassenden Hardware- und Softwareverbesserungen auf den Markt kommen; Intelligentere Integration mit Bildverarbeitungs- und Peripheriesoftware, intuitivere Mensch-Maschine-Schnittstelle und sicherere Mensch-Maschine-Zusammenarbeit, geeignet für eine Vielzahl industrieller Anwendungen und vollständige Realisierung der intelligenten Fertigung, wie es heißt.

Eingebaute Kamera wird konsequent genutzt

Das wesentliche USP von Techman, eine Kamera ist sowieso mit enthalten, wird nun also konsequent genutzt werden können. Denn hinter der Kamera steht eine selbstentwickelte, auf künstlicher Intelligenz basierende Vision-Lösung. TM AI+ ist die branchenweit erste Integration von herkömmlicher maschineller und fortschrittlicher KI-Vision in einem einzigen Robotersystem, das zur Lösung der Probleme beitragen kann, einschließlich visueller Erkennung, Barcode-Lesen, OCR, OK/NG-Bildklassifizierung und -montage. Erste Praxiseinsätze in der japanischen Industrie laufen. Sowohl bei der Qualitätskontrolle in der Automobilindustrie wie auch bei der Produktitendifikation in der Nahrungsmittelindustrie wird das System eingesetzt.

Spontan fallen mir nur zwei weitere Roboter ein, die eine Kamera enthalten: Maira von Neura Robotics (fest eingebaut) und der Cobotta von Denso (optional).

Aufgabenlösungen wie Schweißen kommen

Explizit erwähnt wird als eigene Lösung das Schweißen. Hier arbeitet man mit japanischen Partnern zusammen, so dass sich – für mich als Laie – die Frage der Tauglichkeit für den europäischen Markt stellt, wo doch Anbieter wie Fronius oder Heidenbluth sehr stark sind. Aus der Mitteilung:

“Die exklusive Schweißbedienoberfläche von Techman Robot hilft Benutzern, die Schweißanforderungen unterschiedlich geformter Werkstücke zu erfüllen, und ist mit den bekannten Schweißunternehmen OTC und Panasonic kompatibel. Es kann direkt über die Roboterschnittstelle gesteuert werden und ist nicht mehr durch die traditionelle Art der Verwendung von Schweißrobotern eingeschränkt. Es kann eine visuell unterstützte Positionierungsfunktion bereitstellen und verwendet Handführung, um das Schweißen an Punkten und Bahnen intuitiv und schnell zu lehren, wodurch japanischen und globalen Systemintegrationsanbietern die Möglichkeit geboten wird, TM-Roboter zur Entwicklung weiterer Schweißanwendungen einzusetzen .”

Viele Sicherheitsfunktionen

Mit dann 31 Sicherheitszertifizierungen und der beschriebenen Technik sieht sich Techman ab der Markteinführung im April (nur in Asien oder weltweit?) als technologisch ganz vorne. Die Software zum Anlernen wurde zudem vereinfacht und weitere Hardware-Updates angekündigt. D.h. es geht nicht nur um eventuell update-fähige Software.

Ist Cloud out?

Zum Anlernen der KI greift Techman auf die Cloud, so vermittelt es das bereits ältere Video. Bei vielen deutschen OEM wird eine Cloud aber als problematisch angesehen. Insofern könnte dieses Prozedur ein Nachteil sein. (Aus diesem Grund stellt das von mir betreute Startup VisCheck für das Anlernen großer Mengen erstmal einen Hochleistungsserver zur Verfügung. Dieser kostet allein so viel wie ein Techman. Etwaige kleinere Folgeteile in normaler Stückzahl können dann lokal eingelernt werden.)

Technische Daten

An anderer Stelle fand ich folgendes, dass sich m.E. auf den neuen Techman beziehen muß: Die Erfassungsgeschwindigkeit der neuen KI soll fast 40 mal kürzer als Standardanwendungen sein, während der Sensor um einen Faktor von über 150 mal kleiner sein soll. Artikel werden in 3 D erfaßt, so dass das Greifen entsprechend vereinfacht wird. Nach einem Umbau großer Produktionslinien wäre das System nach nur 12 Stunden Anlernzeit wieder voll einsatzbereit. Das bis zu wochenlange Programmierungen von Steuerung entfiele.

Eine Antwort auf meine Anfrage, ob sich preislich etwas ändern wird, steht noch aus. Der Preis wird ggfs. hier nachgereicht. Ebenso kann noch nicht gesagt werden, wann die Markteinführung in Europa ansteht.

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Der Autor dieses Blogs ist maßgeblich am KI-/ Robotik-Projekt Opdra beteiligt. Er berät Robotik-Firmen und Investoren bei den Fragen Marktanalysen und Finanzierung/ Förderungen. Mehr zu seiner Person finden Sie hier.

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