Kleine Cobots – niedrige Reichweite und preiswert

Die Leser dieses Blogs benötigen i.d.R. eine Reichweite von mindestens 50 cm und eine Traglast, die häufig bei 3 kg beginnt. Marktführer bei diesen Kriterien und natürlich absolut industrietauglich ist der Universal Robots UR 3. Bei einer Reichweite von 50 cm trägt er die besagten 3 kg. Allerdings kostet er stolze 22.700 €, wie der Blick auf Unchained Robotics zeigt. Der Vorteil dieses Cobots ist, dass er sehr kompakt ist und daher auch eine etwaige Arbeitsstation kompakt ist. Für den ohne Platzprobleme bieten sich natürlich auch größere Cobots an, die bisweilen preiswerter sind. Zu nennen ist hier stellvertretend der Franka Emika mit ebenfalls 3 kg Traglast, aber 855 mm Reichweite und der Möglichkeit einfach mittels vorkonfigurierter Apps zu programmieren.

Opdra

Auch Labore rufen nach Cobots

Cobots scheinen so langsam Einzug in Labore zu halten. Einem Marktsegment, das viele gar nicht auf dem Schirm haben. Franka Emika ist bei Roche in Penzberg im Einsatz. (An diesem Standort zwischen München und Garmisch hat Roche m.W. allein 5.000 Angestellte.). Der recht große Sawyer von Rethink Robotics nutzt seine Größe in einem ersten automatisierten Krankenhaus-Labor der Asklepsios-Kliniken.

Cobots für den Standort Tisch

Will man Cobots auf einen Tisch platzieren ohne beispielsweise einen begehbaren Gang zu blockieren, müssen kleinere Modelle her. Bestens bekannt in der Branche ist der Cobotta von Denso, der allerdings 15.000 € und mehr kostet. Seine Reichweite beträgt nur 342 mm, seine Traglast 0,5 kg. Im Gegenzug wiegt er auch nur 4 kg und kann bei Berührungen mit dem Menschen kaum eine gefährliche Energie freisetzen. Der Cobotta wird beispielsweise vom Hamburger Startup bAhead eingesetzt. Das Startup entwickelt Lösungen zur Labor-Automatisierung samt Drohnen-Transport und ist übrigens offen für Investoren. Klar, bei halbwegs regelmäßigen Einsatz und verlangter Präzision sind die normalpreisigen Cobots wie gewohnt schnell amortisiert.

“Billig-Cobots”

Es gibt aber auch Anwendungen mit seltenster Nutzung und geringeren Anforderungen an die Wiederholgenauigkeit. Hier stellt sich schnell die Frage, ob es nicht auch günstiger sein soll. Ich betreibe den Blog bekanntlich zusätzlich zu meiner Tätigkeit als Geschäftsführer des Startups VisCheck. Wir haben die erste Software entwickelt, die Bildschirme auslesen kann, rein optisch. Nun haben wir den Fall, dass ein Cobot die Bildschirm-Tastatur einer großen Maschine bedienen soll. D.h. die Maschinenbestückung erfolgt über einen großen Cobot, aber zusätzlich soll ein kleiner die Tastatur bedienen. Dies aber nur selten. Es ist offensichtlich, dass hier ein Cobotta unterfordert wäre und eigentlich auch zu sauber für eine Fertigung wirkt. Daher habe ich mich umgeschaut und kann berichten.

Unterschiedliches Ausschauen

Wer vom Design her Cobots gewohnt ist, muß flexibel sein. Weiter unten befinden sich Videos, zuvor eine vergleichende Tabelle. Die Zahl der Freiheitsgerade ist hier besonders wichtig. Für unsere oben erwähnte Aufgabe – Bildschirm-Tastatur-Bedienung – muß bei kleinerer Reichweite volle Beweglichkeit gegeben sein.

ModellNiryo Ned 2 DOBOT MG400Elephant Robot MyCobot 320UFACTORY Lite 6
LandFrankreichChinaChinaChina
Preis ca.3.500 €2.975 €2.500 €2.000 €
Freiheitsgerade7466
Reichweite mm440440300440
Traglast g3007503.0003.000
Infos z.B.https://niryo.com/ned2/https://variobotic.de/shop/dobot-mg400/https://shop.elephantrobotics.com/collections/mycobot-pro/products/mycobot-pro-raspberry-pihttps://www.ufactory.cc/pages/ufactory-lite-6-the-most-affordable-and-compact-6-axis-collaborative-robot-arm

Über den Niryo erschien die Tage ein Artikel auf Elektroniknet. Seine Technik scheint sich ebenso wie die vom Dobot bewährt zu haben. Das Vorgängermodell des Niryo Ned2 wurde seit 2017 rund 1.300 mal verkauft. Das hier vorgestellte Modell soll nun im industriellen Bereich eingesetzt werden – vielleicht als kleine Konkurrenz zum sehr erfolgreichen, hoch-präzisen, schnellen, aber auch recht teuren Mecademic.

Der erwähnte Dobot MG 400 hat einen Vertrauensvorschuss, wird er doch seit Jahren von Variobotic vertrieben.

Elephant Robot wirbt recht munter per Newsletter, hat eine aktuelle, gute Website, aber m.W. noch keine Referenzen in Deutschland:

Für den Ufactory wurde erst vor einigen Monaten auf Kickstarter gesammelt. Wie ausgereift er ist, kann ebenfalls nicht beurteilt werden. Von der Firma gibt es ebenfalls noch weitere Modelle:

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In eigener Sache/ Werbung
Der Autor dieses Blogs ist maßgeblich am KI-/ Robotik-Projekt Opdra beteiligt. Er berät Robotik-Firmen und Investoren bei den Fragen Marktanalysen und Finanzierung/ Förderungen. Mehr zu seiner Person finden Sie hier

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