Robotik-Tools, die eine Automatisierung erst ermöglichen

Mittels Robotik lassen sich viele Tätigkeiten automatisieren. Ein großer Teil des Robotik-Angebots ist substituierbar. Würde Universal Robots morgen den Betrieb einstellen, könnte man mit kleineren Kompromissen durchaus ausweichen. Die Automatisierung hängt also nicht zwingend von diesem Hersteller/ Produkt ab, auch wenn es Vorteile gibt. Interessant sind m.E. gerade einige recht neue oder gar sehr neue Tools, die eine Automatisierung mittels Robotik überhaupt erst ermöglichen. Die Aufstellung ist unvollständig und wird gerne auf Grund von Hinweisen in einer Fortsetzung ergänzt. Das Beste sei schon jetzt verraten: Die meisten Lösungen kommen aus Deutschland. Deutschland, Land der Ideen.

Opdra

Roboter an der Decke und/ oder exakte Genauigkeit

M.W. erstmals auf der automatica präsentiert hat sich das niederbayerische Startup Linrob. Linrob hat den Gedanken der Lineareinheit, wie er von Rollon oder Bosch Rexroth bekannt ist, weiterentwickelt. Mittels der Linrob-Schienen können Roboter große Strecken (auch 20 m + x) zurücklegen und dies auch von der Decke hängend. Letzteres hat den Vorteil, dass sie ohne Umbauten nachts zum Einsatz kommen können ohne bei der mit Personen geführten Tagschicht zu stören. Dies erfolgt alles extrem genau. Dies hat wiederum den Vorteil, dass anstelle eines Roboters mit langer Reichweite aber mäßiger Wiederholgenauigkeit ein kleiner Roboter mit sehr guter Wiederholgenauigkeit verwendet werden kann. Adressaten von Linrob sind m.E. keine ganz kleinen Unternehmen. Ein System kostet 20.000 € +, kann dann aber die Zahl der benötigten Cobots reduzieren und die Automatisierung erst ermöglichen.

Ruhiger schlafen dank Olis Fernüberwachung

Automatisierung ja, Risiko nein, denkt so mancher Mittelständler und schreckt daher vor Cobots zurück. Diese könnten aber nachts oder am Wochenende eine größere Serie abarbeiten. Oils hat kürzlich in den USA eine Software vorgestellt, die das Restrisiko nimmt, da der Prozess einfach von Zuhause aus überwacht werden kann. Dieses Tool scheint für KMUler, die bislang am Wochenende in ihrer Halle waren, prädestiniert. Ein neues Video auf LinkedIn zeigt, wie ein Roboter wieder gestartet werden kann (Anklicken und LinkedIn zeigt ein Video):

Per Handy wird der Roboter gesteuert

Umgehen mit Varianzen

Eine Automatisierung hat bislang stabile Bedingungen vorausgesetzt. Bei Kabel gibt es aber selten diese Stabilität. Sie lieger oder hängen immer wieder anders. Hier bieten Micropsi Industrie und m.W. auch ArtiMinds Lösungen an, die erstmals eine Automatisierung ermöglichen. Micropsi startete mit Universal Robots und unterstützt seit kurzem auch FANUC:

Bedienung von Maschinen, Labor- und Messgeräten ohne Schittstelle

Opdra ist die erste Software, die Bildschirme/ Displays wie ein Mensch rein optisch erkennen kann. Opdra wurde vom Münchner Startup VisCheck entwickelt, dessen Geschäftsführer ich bin. Der Nutzen von Opdra: Durch einfaches Bestimmen der relevanten Daten kann ein Roboter alle Informationen erhalten, die er zum Automatisieren benötigt. Teuere und häufig nicht mögliche Schnittstellen-Programmierungen werden überflüssig. Die Flexibilität wird zugleich erhöht. Bezüglich der einsetzbaren Roboter gibt es keine Beschränkung. Das alles machbar ist, zeigt ein Einsatz an einer Abkantpresse: Opdra liest die Dicke der Bleche, die dann ein Kleinstroboter in die Tastatur der älteren Abkantpresse eingibt. Alles ohne Schnittstellen zwischen den Bestandsmaschinen.

Sicherheitssysteme, die hohe Geschwindigkeiten ermöglichen

Arbeitet ein Mitarbeiter nur gelegentlich kollaborativ mit einem Cobot, ist dessen Taktzeit in der übrigen Zeit häufig zu niedrig damit er sich lohnt. Eine Lösung können Industrieroboter sein, die eine Schutzhaut erhalten. Dies ist vielleicht ein ungünstiges Beispiel, da mittlerweile auch AirSkin, der Pionier auf dem Gebiet substituierbar ist. Auch interessant: Ein Radar, das automatisch die Geschwindigkeit reduziert, wenn sich ein Mensch näher. Inxpect hat diese Technologie entwickelt.

Sehr interessant ist der Ansatz von Leverage Robotics für das Co-Working. Dieser Beitrag ist enthält Infos.

Roboter, die den Menschen nachahmen

Ein Roboter, auch ein Cobot muß als Folge seiner Restriktionen immer anders als ein Mensch arbeiten. Vor allem verfügt er nur über einen Arm Derzeit gibt es m.W. mit dem Yumi von ABB nur einen zweiarmigen Cobot. Ebenso wie auch Endeffektoren, die der menschlichen Hand nachempfunden sind, kostet er aber grenzwertig viel Geld. Bei den Roboterhänden wird die Grenzen eigentlich überschritten. Damit ist der Einsatz auf Nischen begrenzt. Der geringe Absatz hatte wiederum zur Folge, dass Schunk m.W. seine Roboterhand nicht mehr anbietet.

Gegenwärtig arbeitet offenbar das extrem verschiwegene und bislang wenig präsentierende Agile Robots an einem Roboter mit zwei Armen und Händen. Preislich sehr interessant dürfte die Lösung von AEON Robotics werden. An dieser Stelle gibt es demnächst ein Update.

Vernetzen wir uns? LinkedIn
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In eigener Sache/ Werbung
Der Autor dieses Blogs ist maßgeblich am KI-/ Robotik-Projekt Opdra beteiligt. Er berät Robotik-Firmen und Investoren bei den Fragen Marktanalysen und Finanzierung/ Förderungen. Mehr zu seiner Person finden Sie hier.

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