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Warum Cobots preiswerter werden müssen und werden

Die Tage sprach ich mit dem Inhaber eines größeren Unternehmens. Dieser hatte seinen ersten Cobot gekauft und bislang bereits Erfahrungen mit Industrie-Robotern gesammelt. Er meinte, Cobots hätten mit dem zwei- bis dreifachen Preis eines Industrieroboters, einen „guten“ Preis. In der Tat, da hat er natürlich Recht. Dies gilt insbesondere, wie die beiden Hauptvorteile des Cobots an Wert verlieren. Diese liegen in der Möglichkeit der Kollaboration bzw. der höheren Sicherheit und der höheren Flexibilität. Nun, die Flexibilität der Cobots resultiert zu einem beachtlichen Teil aus der einfacheren Programmierung.


Industrieroboter werden sicherer und einfacher zu programmieren

Einfach zu programmieren sind zunehmend aber auch Industrieroboter, wie „Horst“ von Fruitcotre zeigt. Zudem gibt es immer mmehr Programmierhilfen, sei es in Stift- oder Programm-Form (micropsi industries – hier mit Stellenangebot, Wandelbots, drag&bot, RobotDK, artiMinds, Cenit etc.). Die Kollaboration wird heute aber sowieso nur zu etwa 2% genutzt. I.S. Arbeitssicheerheit gibt es einige neue Lösungen, die den Einsatz eines Industrieroboters im Betrieb ohne Zaun ermöglichen. Zu nennen ist hier die offenbar gut funktionierende Erkennung eines Menschen mittels Sensorik. Diese wird von Sony ermöglicht. An dieser Stelle wurde bereits spekuliert, dass dieser Sensor von Neura Robotics beim Cobot MAIRA zum Einsatz kommen wird. Andere Technologien schützen die Mitarbeiter situativ ebenfalls sehr gut, z.B. Radar.

Das Wachstum und neue Wettbewerber helfen den Preis zu senken

Schon heute gibt es preiswerte Cobots. Neben einigen „Exoten“ wie Automata (immerhin mit ABB als Gesellschafter) und einigen Billig-Anbietern aus Fernost, zeigt Franka Emika, dass Cobots nicht viel mehr als Industrie-Roboter kosten müssen. Der Panda von Franka Emika hat bei deutschen Unternehmen offenbar nur eine begrenzte Akzeptanz. Grund hierfür ist seine Ausstattung (IP 20, geringe Traglast etc.). Seine Qualität und Belastbarkeit wird hingegen m.W. nicht angezweifelt. Somit zeigt Franka Emika, dass es auch preiswerter geht. Starke Leistungswerte und vielseitige Nutzbarkeit zu niedrigeren Preisen will Neura Robotics bieten. Hier bleibt es den Markteintritt abzuwarten. Mit Neura Robotics könnten die Preise neu definiert werden. Ein Markteintritt der chinesischen Marken Jaka (billig) und Siasun auf den deutschen Markt ist zumindest mittelfristig zu erwarten. Somit stellt sich die Frage, ob die Nachfrage stärker als das Angebot steigt. Der Cobot-Markt an sich soll weltweit jährlich bis 2028 um 15-20% wachsen.

Cobots werden für Standardlösungen genutzt werden

Kommt es zu diesem Wachstum, werden die Cobots fast automatisch günstiger werden können. Einerseits können Entwicklungs- und Verwaltungskosten auf größere Stückzahlen umgelegt werden und dann gibt es einen Doppel-Effekt beim Einkauf: Einkaufsvorteile durch größere Bestellmengen und dann macht ein strategischer Einkauf Sinn. BMW rechnet in der Automobilindustrier beispielsweise mit 10% Preisnachlass bei doppelter Bestellmenge. (Dies bedeutet, dass der doppelt so große VW-Konzern standardisierte Teile um 10% günstiger als BMW kaufen kann.) Cobots werden zunehmend in Standardlösungen eingesetzt werden. Sei es beim Schweißen oder sogar in der Gastronomie. D.h. nicht ein Anwender kauft einen oder wenige Cobots, sondern ein OEM kauft gleich Dutzende bis hunderte Cobots. Das Beispiel Gastronomie weckt Phantasie. Wie viele Cobots könnte McDonalds kaufen um seine Pommes zuzubereiten? Ein solcher Masseneinsatz sorgt für eine deutlich bessere Verhandlungsmacht eines Cobot-Herstellers gegenüber seinem Lieferanten.

Cobot-Hersteller werden häufig von Technik-affinen Ingenieuren gegründet. Diese wollen zuerst einen tollen Cobot. Im nächsten Schritt stellt sich dann aber die Frage, ob auch die Teile verwendet werden, die für das Gesamtziel am sinnvollsten sind. Rethink Robotics sucht beispielsweise derzeit einen strategischen Einkäufer.

Es spricht also vieles dafür, dass Cobot (deutlich) günstiger werden. Es könnte zu einer Win-Win-Situation Hersteller-Endkunden kommen. Vielleicht werden Cobots dann auch so rege eingesetzt wie es Amazon mit anderen Roboter-Gattungen macht:

Vernetzen wir uns? LinkedIn
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In eigener Sache/ Werbung
Der Autor dieses Blogs ist maßgeblich am KI-/ Robotik-Projekt Boost-Bot beteiligt. Er berät Robotik-Firmen bei den Fragen Markt/ Business Development und Finanzierung. Der Autor steht zudem potentiellen  Anwendern für einen Gang durch Ihre Produktion/ Fertigung zur Verfügung (Detail). Hierbei werdenkonkrete Vorschläge für den Einsatz von Cobots und anderen Robotern incl. Fördermöglichkeiten zu unterbreitet. Es werden sowohl KMU wie Groß-Unternehmen besucht. Das Standardbuch über Cobots stammt ebenfalls von Guido Bruch.

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